KATE’S ACID – HELLBENDER

KATE'S ACID

Titel: HELLBENDER

Label: High Roller

Spieldauer: 37:08 Minuten

VÖ: 20. März 2026

40 Jahre!!! 40 Jahre seit „Engine Beast“, ihrem letzten Lebenszeichen aus dem Studio. ACID aus Brügge/Belgien besitzen unter Liebhabern nicht umsonst nahezu gottgleichen Status. Katrien „Kate“ De Lombaert genießt – mit Recht! – seit den Anfangstagen den Ruf als eine der besten Sängerinnen, die der Heavy Metal je hervorgebracht hat. Haben ACID doch den Begriff „female fronted Speed Metal“ in den Geschichtsbüchern erst richtig definiert…

Seit einigen Jahren sind ACID wieder fest aktiv. Durch interne Streitigkeiten kurz vor der Reunion ist jedoch von damals leider nur noch Kate übriggeblieben, die sich u.a. mit Leuten der kolumbianischen Axe Steeler frischen Wind in die Band holt und dem Projekt den offiziellen Namen KATE’S ACID verpasst. Vor anderthalb Jahren erschien mit „Blowing Your Ears Off“ bereits ein Livealbum, das 2023 bei ihrer umjubelten Show auf dem Keep It True aufgenommen wurde. Eröffnet vom bissigen Titeltrack startet das Album sehr flott und erinnert ein wenig an Hymnen wie ´Max Overload´. Vier Jahrzehnte gingen jedoch auch nicht ganz spurlos an Kate vorbei und aus der „Lucifera“ der frühen 80er ist mittlerweile eine gestandene, selbstbewusste Dame in ihren frühen 60ern geworden, die stimmlich leider nicht mehr ganz die markerschütternden Höhen von damals erreicht. Der Spirit der „ancient days“ ist dennoch stets allgegenwärtig. Die Bissigkeit der ersten drei Alben ist heutzutage teilweise nachdenklicher und melancholisch wirkenden Midtempo Nummern gewichen (´Taking Back My Wings´) und so wird das Album auch mit dem sehr getragenen, über sechsminütigen ´Air Raid´ beendet. Songs wie ´The Lightning Conductor´ drücken dennoch immer wieder ordentlich das Gaspedal durch, ´Riding Out´ rockt mit fetten Twin Leads amtlich los.

Der ganz große Klassikerwurf vom Schlage „Maniac“ (1983) ist „Hellbender“ auf Albumlänge leider nicht geworden. Nichtsdestotrotz ein wahr gewordener Jugendtraum, dass meine persönliche Lieblingssängerin in diesem Leben noch einmal mit neuem Material im Studio steht; und allein deshalb dürfte „Hellbender“ für viele wohl eine verdammt emotionale Angelegenheit werden.

Marius Gindra vergibt 8,5 von 10 Punkten