KAMPFAR – TIL KLOVERS TAKT

Kampfar - Til Klovers Takt

KAMPFAR

Titel: TIL KLOVERS TAKT

Label: Indie Recordings

Spieldauer: 44:32 Minuten

VÖ: 11. November 2022

„Til Klovers Takt“ ist das neunte – und vielleicht sogar beste – Album der mittlerweile auch schon seit 28 Jahren aktiven norwegischen (Pagan) Black Metaller KAMPFAR.

Einen Großteil der sechs enthaltenen Titel hat die Band seit Jahresbeginn bereits vorab in digitalen Häppchen serviert, weshalb treuen KAMPFAR-Fans einige davon sicher schon bekannt sind. Schön aber, dass all diesen durch die Bank starken Songs jetzt auch die wohlverdiente Ehre eines vollständigen physischen Longplayers zuteil wird.

Stilistisch bleibt die Band auf ihrem bewährten Kurs: Abwechslungsreicher melodischer Black Metal, der in den meisten Songs gekonnt von majestätischer Epik bis hin zu hymnischer Raserei variiert, ohne jemals in Langatmigkeit einerseits oder stupide Bolzerei andererseits auszuarten.

Vor allem in Sachen Intensität und Dramatik haben KAMPFAR gegenüber den schon starken Vorgängern qualitativ eine gewaltige Schippe draufgelegt. Hier erreicht die Band mittlerweile durchgängig das Niveau einschlägiger Bathory-Klassiker oder auch der mächtigen Primordial. Langeweile kommt trotz überdurchschnittlicher Songlänge definitiv nicht auf – eher im Gegenteil: Gerade die beiden abschließenden Acht-Minuten-Stampfer ‚Requiem‘ und ‚Dødens Aperitiff‘ gehören für mich zu den Highlights des Albums.

Sound: Auch hier übertrifft „Til Klovers Takt“ meiner Meinung nach alle bisherigen (wirklich nie schlecht produzierten) KAMPFAR-Aufnahmen. So druckvoll und brachial, gleichzeitig aber auch warm und tief, klang bisher keines ihrer Alben, nicht mal der bereits starke Vorgänger „Ofidians Manifest“.

Texte: Wie auf den bisherigen Alben sind die Songtexte weitestgehend auf norwegisch (bis auf einige englische Passagen in ‛Flammen fra nord’) gehalten. Laut Auskunft der Band drehen sie sich um die „Geschichte und Natur der Regionen Hemsidal und Hallingdal“ in der Mitte Finnlands.

Cover: Das tolle Sonnenwendfeier-Motiv des französischen Malers Jules Breton sieht gerade bei der Vinyl-Ausgabe sicher fantastisch aus, sollte aber nicht verwirren: Statt ländlichem Ringelreigen würden majestätische Berge, stürmige Seen oder weite Naturlandschaften optisch eigentlich besser zu diesem musikalischen Epos passen.

Fazit: Meiner Meinung nach bestes und „rundestes“ Album einer Band, die seit ihrer ersten Veröffentlichung schon immer gute bis großartige Werke abgeliefert hat. Und das will wirklich was heißen, da meine bis dato unangefochtenen Lieblingsalben „Kvass“ und „Heimgang“ schon einige Jahre zurückliegen. Wer KAMPFAR tatsächlich noch nicht kennen sollte: Du magst Black bzw. Pagan Metal wie Bathory, Primordial, Vreid, Ereb Altor, Borknagar oder auch alte Samael? Dann hör doch einfach mal rein.

Joe Noll vergibt 9 von 10 Punkten