KALEIDOBOLT
Titel: KARAKUCHI
Label: Svart Records
Spieldauer: 37:35 Minuten
VÖ: 06. März 2026
Auf den ersten Blick ist „Karakuchi“ ein ziemlich grobschlächtiges Album zwischen Punk und Metal. Die Finnen, die seit 2014 mittlerweile das fünfte Album unter die Leute bringen, haben hier aber auch einen derbe druckvollen Sound aufgefahren. Der hat aber einen einfachen Grund. Was gar nicht mehr so oft gemacht wird, die Songs wurden gemeinsam, in einem Take im Studio eingespielt. So ist dann auch das Ergebnis, purer Rock’n’Roll, direkt aus der Hölle, irgendwo zwischen „Orgasmatron“ und Hinterhof-Garagen Rock. Oder wie Bassist Marco Menestrina festhält: “an ugly smirk more than an angry face with a fist.”
Laut und dreckig, und dennoch immer wieder mit feiner Klinge, einem Hauch Psych und Prog. Da geht ´Tinkerbell´ schon eher geradeaus. Ein ´Coping´ hingegen spielt mit Bassmotiven der Marke Primus, wenn auch nicht ganz so wild. Trotzdem gehen KALEIDOBOLT eher nicht den Weg des geringsten Widerstands, sondern machen einfach das, was ihnen gefällt.
Da darf ein ´Astro Boy/Ochanomizu´ zu Pferd durch den Wilden Westen galoppieren. ´Duude´ stampft ziemlich schweren Schrittes durch die dunkle, regennasse Nacht. ´Friends Of Fire´ ist ein rasantes Feuerwerk zwischen Punk und Funk.
„Karakuchi“ ist ein japanisches Bier, dem die Finnen hier huldigen. Ob bei der Entstehung dieser Scheibe noch andere Substanzen eine Rolle gespielt haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber wenn, dann war das wohl wirklich gutes Zeug.
Mario Wolski vergibt 8 von 10 Punkten


