JUNGLE ROT
Titel: CRUEL FACE OF WAR
Label: Unique Leader Records
Spieldauer: 40:34 Minuten
VÖ: 15. Mai 2026
JUNGLE ROT – dieser Name steht für Death Metal vom Feinsten, und das seit 1992. Die ersten Töne aus der Kehle des damaligen Frontgrunzers Joe Thomas bekam man jedoch erst 1995 auf dem Demo “Rip Off Your Face” zu hören. Danach haben die Death-Heads aus Kenosha, Wisconsin, elf Alben rausgehauen und knallen uns ihre Mischung aus Old-School-Thrash, Death Metal, Crossover und Punk auch im zwölften Dreher (in über drei Dekaden Bandbestehen) “Cruel Face Of War” um die Ohren. Bandkopf Dave Matrise blickt auf über 30 Jahre Bandgeschichte zurück und betont, wie besonders es ist, inzwischen zwölf Veröffentlichungen erreicht zu haben. Gleichzeitig zeigt er sich dankbar gegenüber Fans und Bandkollegen, die JUNGLE ROT über all die Jahre hinweg unterstützt und getragen haben. Die Band sieht sich als feste Größe im Underground, die ihrem Old-School-Death-Metal-Stil stets treu geblieben ist. Mit “Cruel Face Of War” soll genau dieser Sound weitergeführt werden – geprägt von wuchtigen Grooves und aggressiven Hooks. Das aktuelle JUNGLE ROT Line-up besteht aus Dave Matrise (Gesang, Gitarre), James Genenz (Bass), Geoff Bub (Gitarre) und Spenser Syphers (Schlagzeug). Produzent war erneut Chris Djuricic (Bell City Sound Company), Mix und Mastering kommen von Mastermind Dan Swanö, der in seinem Unisound Studio die „Magie“ einbringt. Dave Matrise (Gesang, Gitarre) sagt über die neue Platte: In den Dschungel starten wir standesgemäß im ‘Intro’ – mit jenen Geräuschen, die man im Urwald so hört – bis auf das “E-Guitar-Vögelchen”, das den Übergang in ‘Apocalyptic Dawn’ – den richtigen Opener – markiert. Hier legen JUNGLE ROT dann Tempo, Wucht und Druck vor – die Marschrichtung ist also gesetzt. In die Magengrube hauen die fetten Drums in ‘Cruel Face Of War’, das mit Fistbump-Momenten und den „Hey, Hey, Hey“-Passagen live sicher punkten kann. ‘Maniacal’ hat eine zum Moshen bestens geeignete instrumentale Passage, ‘Suffer In Silence’ ist nach den etwas langsameren Tracks wieder schneller und dreckiger, DER gnadenlose Nackenbrecher ist ‘Radicalized’ und in ‘Blade Of Betrayal’ rasieren die US-Deather mit ihrem brachialen Sound den Frosch, bei dem viele meinten, er hätte die Locken. Die Intensität, mit der JUNGLE ROT auftrumpfen und begeistern, lässt auch in ‘When The Elders Rise’ und ‘Horrors Vile’ nicht nach, letzteres mein Fav-Track bisher, denn BENEDICTIONs Frontprediger Dave Ingram ist mit seiner Goldkehle am Start. ‘Legacy Of The Damned’ nimmt uns u. a. mit auf einen Friedhof, schrammelt böse aus den Boxen, kompakt in unter zwei Minuten verhauen euch ‘Rot Riffs’, und ‘Hollow Husk’ ist der finale Tritt ins Fressbrett – mit gewohnt gnadenlosen Growls und dem typischen JUNGLE ROT Death Metal. Rottiges Death-Head-Herz, was willst du mehr! JUNGLE ROT bleiben sich auch auf “Cruel Face Of War” treu und liefern genau das, was man von ihnen erwartet: kompromisslosen, schnörkellosen Death Metal, der ohne Umwege direkt in die Fresse geht. Die großen Trademarks der Band sind einmal mehr klar erkennbar – wuchtige Grooves, eingängige, oft fast schon thrashige Riffs, punkige Energie, kurze, knackige Songs und diese typische Mischung aus Midtempo-Gewalze und punktuellen Tempoverschärfungen. Dazu kommen die markanten Shouts und Hooks, die Songs wie ‘Cruel Face Of War’ oder ‘Apocalyptic Dawn’ auch live zu echten Abrissbirnen machen. Große Experimente oder Überraschungen sucht man hier vergeblich, aber genau das ist auch die Stärke der Platte: JUNGLE ROT wissen genau, was sie tun, und ziehen ihr Ding konsequent durch. Wer die Band kennt, bekommt hier genau das, was er hören will. “Cruel Face Of War” ist kein Album, das das Genre neu erfindet, sondern eines, das zeigt, warum diese Art von Death Metal auch nach über 30 Jahren immer noch funktioniert.
Lassen wir uns gleich damit anfangen: Es ist schon eine unglaubliche Leistung, in meiner Karriere zwölf Veröffentlichungen erreicht zu haben. Ich hätte nie gedacht, dass ich das über 30 Jahre später immer noch mache. Ich schätze, man sollte vorsichtig sein, was man sich wünscht. Ich bin sehr dankbar für all unsere Fans, die uns über so viele Jahre unterstützt und nie aufgegeben haben. Und auch meinen Bandkollegen für ihre harte Arbeit und ihre Hingabe – mir und JRot gegenüber, über all die Jahre hinweg. Wir haben die Zeit überdauert. Wir sind immer noch hier und spielen unseren typischen Old-School-Death-Metal-Stil, mit dem wir uns einen festen Namen in der Underground-Szene erarbeitet haben. “Cruel Face Of War” wird nicht enttäuschen. Das Album ist voll von wuchtigen Grooves und aggressiven Hooks, die garantiert jedem den Nacken brechen werden.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


