JEHOVAH ON DEATH
Titel: LÁGRIMAS DE ORO
Label: I, Voidhanger Records
Spieldauer: 34:44 Minuten
VÖ: 17. Juli 2026
Das kann schon mal verwirren. Englischer Bandname, spanischer Albumtitel. Und dann lese ich in der Info, die Band wurde 2020 in Athen gegründet. Eine Gruppe Büßer, die angeführt wird von der geheimnisvollen Sängerin Señora Dolorosa. So ganz durchsichtig ist das nicht. Irgendwie trifft hier die Faszination für den Katholizismus Spaniens auf Okkultismus. Alttestamentarische Strafen Gottes auf Glauben und Unglauben.
Das beginnt beim Bandnamen, denn der ist dem Alten Testament entlehnt. Im Buch Deuteronomium 32:41-42 ist er genannt, der Gott der Rache und der Strafe. Es geht weiter mit dem Outfit der Sängerin. Ihre Accessoires sind Schleier, Schwert und Dornenkrone. Und es endet nicht zuletzt bei ziemlich verworrenen, schier düsteren Texten.
Da ist die Musik fast schon freundlich ausgerichtet. Am Anfang steht der Titelsong. Die Tränen aus Gold entführen nach Andalusien. Sevilla, Semana Santa. Flamenco. Feuer. In der Luft, am Himmel, im Herzen. Castagnetten klappern in Händen, Schuhe auf dem Tanzboden. Leben und Tod sind sich so nahe…
JEHOVAH ON DEATH bewegen sich zwischen Heavy Rock und Metal. Zwischen eingängigen Ghost und düsteren Jex Thoth. Von Ferne grüßen Coven und Blue Öyster Cult. Man fühlt sich schier gezwungen, immer und immer wieder sich in dieser Musik zu versenken. Man will ´Catherine Wheel´ folgen auf ihrem Weg zwischen Liebe und Schmerz. Ob es sinnvoll ist, seine Liebe zu Gott auf dem Rad zu beweisen, wie es die Heilige Katharina tat, sei mal dahingestellt. Es geht hier auch um Liebe und Glauben zu den finsteren Zeiten des Mittalalters. Unser Blick darauf hat sich doch sehr stark geändert. Wie weit würde ich denn gehen, für meine Einstellung. Wohin führt mich mein moralischer Kompass?
LORD,
LET ME BE
YOUR INSTRUMENT OF PAIN
LET ME BE
YOUR INSTRUMENT OF WAR
LET ME BE
YOUR INSTRUMENT OF HATE
LET ME BE
YOUR INSTRUMENT OF LOVE
Grandios. Amen.
Mario Wolski vergibt 9 von 10 Punkten


