JACK SLAMER – KEEP YOUR LOVE LOUD

JACK SLAMER

Titel: KEEP YOUR LOVE LOUD

Label: NUCLEAR BLAST / WARNER

Spieldauer: 45:21 Minuten

Die Schweizer JACK SLAMER veröffentlichen dieser Tage ihr drittes Album, und kaum einer nimmt davon Notiz. Immerhin steht man bei einem großen Label unter Vertrag, warum also die Ruhe? Weil der musikalische Sturm fehlt, und dies hat man wohl auch in Donzdorf vor VÖ von „Keep Your Love Loud“ feststellen müssen. Der Classic Rock der jungen Eidgenossen will einfach nicht recht im Ohr zünden, was daran liegt, dass es der Band schlicht an jener enthemmten Feurigkeit fehlt, die ihrem amerikanisch geprägten Stil Leben einzuhauchen vermochte. Vielmehr plätschert das Album sowohl dynamisch als auch melodisch unentschlossen vor sich hin.

Vieles hat man sich in den letzten Jahren bei den Rival Sons abgehört („Brother“), jedoch fehlt hierzu wie bereits erwähnt der rotzige Hüftschwung, der unbedingte Wille, die Lendengegend in Wallung zu bringen. Wenn schon „Magic Woman“, dann schon mit Schmackes. Vielmehr klingen dann auch noch in der Stimme Florian Ganz‘ Greta Van Fleet durch („Sun Soul Healing“), ohne dabei aus dem Schneckenhäuschen der Gefälligkeit herauszukriechen („War Of Words“). Wenn ein Jay Buchanan oder Chris Robinson sich ins Zeug werfen, fliegen ihre Seelen feurig aus den Boxen – hier sind es zart beseelte Funkenflüge. Aber auch an der instrumentalen Front müsste man mit weit mehr Biss an die Sache heran gehen, um jenseits technischer Kompetenz beim Hörer punkten zu können.

Vielleicht sollte man die Jungs mal nach Kalifornien zu Albumaufnahmen schicken, damit der rechte Vibe entstehen kann. Dann käme anstatt gelangweiltem Fußwippen eventuell auch einmal ein gepflegter Ausdruckstanz hinzu. In dieser Form sind JACK SLAMER jedenfalls keine Konkurrenz für die momentan in Legionen antretenden Classic Rock-Novizen. Mehr Attitüde, Jungs, mehr Attitüde! Diese Liebe ist nicht laut genug…

Patrick Müller vergibt 5,5 von 10 Punkten