ISEGRIM
Titel: ISEGRIM
Label: Fireflash Records
Spieldauer: 36:51 Minuten
VÖ: 22: Mai 2026
“Isegrim” stammt ursprünglich aus dem Jahr 1999 und wird jetzt erstmals über Fireflash Records auf Langrille neu aufgelegt. Die Scheibe kommt als Red Marbled Vinyl, limitiert auf 300 Stück, inklusive 4-seitigem Insert, original unterschriebener Autogrammkarte sowie einem Sticker und ist auch digital verfügbar. Musikalisch geht es zurück zu den Wurzeln: roher, schneller und kompromissloser Black Metal, genau so, wie ihn der Traditionalist hören will. A. Blackwar, heute vor allem durch MYSTIC CIRCLE bekannt, gründete ISEGRIM Ende der 90er. Parallel war er bereits an Releases wie “Morgenröte – Der Schrei nach Finsternis” (1996), “Drachenblut” (1998) und “Infernal Satanic Verses” (1999) beteiligt, bevor mit “Kriegsgötter II” (2000) ein weiterer Meilenstein folgte. Nach längerer Pause kam es später zur Reunion mit neuen Alben wie “Mystic Circle” (2022), “Erzdämon” (2023), “Kriegsgötter MMXXV” (2025) und “Hexenbrand 1486” (2025). ISEGRIM selbst lag lange auf Eis – bis jetzt. Auch abseits davon war Blackwar aktiv: Bei MORD (2001–2012) zunächst als Gitarrist unter dem Namen “Myrkvarg”, später komplett allein verantwortlich für Instrumente und Vocals auf “Morde II” (2011). Mit NG ist er seit 2010 ebenfalls solo unterwegs, von der “Nerve Gas”-EP (2010) bis hin zu “Bismarck” (2013) und dem Split “Zorn / NG” (2015).
Für 2027 ist bereits ein neues ISEGRIM-Studioalbum angekündigt. Wir sprechen hier aber über die Reissue des Debütalbums “Isegrim”, das für Fans und Sammler endlich wieder verfügbar ist – und wer das Debüt noch nicht kennt, kann sich hier im Review Appetit holen.
Musikalisch geht es direkt zur Sache: ‘In Nomine’ dient als kurzes, unheimliches Intro, bevor ‘Diabolical Witchcraft’ ohne Umschweife losprügelt – schneller, räudiger Black Metal mit dreckigen Gitarren, treibenden Drums und bissigem Gesang. ‘Rape Jesus Christ’ knüpft daran nahtlos an und hält die rohe Gewalt konstant hoch, inklusive markanter “Lucifer”-Passagen. ‘Seven Legions’ marschiert wuchtig nach vorne und hinterlässt verbrannte Erde; thematisch steht hier diese typische Vorstellung dämonischer Legionen im Raum – eine finstere Übermacht, die alles niederwalzt. Mit ‘Hear the Screams of Hell’ folgt direkt der nächste Angriff, bevor ‘Ave Luciferi’ als Intro den Schlussteil einleitet und eine dichte Atmosphäre aufbaut. ‘Hail Emperor Caesar’ startet zunächst etwas melodischer, zieht dann aber spürbar an und gehört zu den stärkeren Momenten der Platte. Die zweite Hälfte wird durch Bonustracks ergänzt: ‘Ave Luciferi (Intro)’, ‘Hail Emperor Caesar’ und ‘Bestial Invasion’ stammen von der EP “Gloria Deo, Domino Inferi” (2001). Vor allem ‘Bestial Invasion’ sticht heraus, da hier der DESTRUCTION-Klassiker kompromisslos durch den Black-Metal-Filter gejagt wird. Das Ergebnis ist deutlich roher als das Original und fügt sich nahtlos in den Gesamtcharakter des Albums ein.
“Isegrim” ist ein rohes, fieses Black-Metal-Debüt, das auch nach über 25 Jahren nichts von seiner Durchschlagskraft verloren hat – roh, schnell, räudig und mit klaren Wurzeln in der norwegischen Black-Metal-Kultur. Kein Schnickschnack, keine Experimente – sondern dreckig, direkt und genau das, was man von A. Blackwar unter der Fahne von ISEGRIM erwartet.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


