IRON SLAUGHT
Titel: METALLIC TORMENTS
Label: Gates Of Hell Records
Spieldauer: 43:57 Minuten
VÖ: 10. Juli 2026
Das Frankreich gute Fußballer hat, die ihre Gegner in Grund und Boden schießen können, ist bekannt – das zeigt die Équipe Tricolore aktuell einmal mehr auf den Fußballplätzen Nordamerikas. Dass Frankreich aber auch im Metalbereich ordentlich abliefern kann, beweist GATES OF HELL RECORDS mit der Veröffentlichung des zweiten Full-Length-Albums der französischen Heavy-/Speed-Metal-Tyrannen IRON SLAUGHT. Die 2011 in Bigorra gegründete Truppe steht für kompromisslosen Old-School-Speed- und Thrash Metal, verfeinert mit einer Prise Black- und Death-Metal. Sage und schreibe elf (!!!) Jahre nach ihrem Debütalbum und acht Jahre nach der Split-Veröffentlichung mit ihren Landsmännern von TENTATION melden sich die Franzosen nun mit “Metallic Torments” zurück. Man darf also gespannt sein, was die Jungs um Iron Jérémy (Gitarre & Gesang), Nikrass (Bass) und Stéphane Hellkine (Programming Drums) noch draufhaben. Letzterer war 2025 in Bigorra zudem für die Produktion der Platte verantwortlich. Das aggressive Bandlogo sowie die blutgetränkten Texte stammen aus der Feder von Steel Converter, mit Ausnahme von ‘Condamné Pour L’Éternité’ und ‘Primal Conquest’, die von Iron Jérémy geschrieben wurden. Das starke Cover-Artwork steuerte Mario Lopez bei. Inhaltlich versteht sich “Metallic Torments” als Sammlung metallischer Qualen, wobei jeder Song seine eigene tragische Geschichte erzählt. Themen wie Besessenheit, Rache, Hexerei, mittelalterliche Schlachten und die bedingungslose Hingabe an den Metal selbst ziehen sich wie ein blutroter Faden durch das Album. Ob IRON SLAUGHT die lange Wartezeit rechtfertigen und den Underground erneut in Aufruhr versetzen können, hören wir uns jetzt genauer an.
Jawoll, jawoll, jawoll – bang your fucking head! Genau das schießt mir durch den Kopf, sobald der instrumentale Opener ‘Harbinger Of Afflictions’ losgaloppiert. Die Gitarren lassen ihre Muskeln spielen, die Drums donnern und grollen mit voller Wucht; obwohl noch kein einziges Wort gesungen wurde, macht die Nummer vom ersten Moment an mächtig Bock. ‘Ghastly Obsession’ rollt anschließend wie eine Dampfwalze über den Metaller hinweg. Iron Jérémy und seine Metal-Army schicken die Nackenmuskulatur direkt in den siebten Himmel, während nun auch die ersten deftigen Vocals mit voller Wucht vors Fressbrett gezimmert werden – geile Sache! Mit einem regelrechten “Happy-Slice”-Schwert-schnetzelt-Körper-Effekt eröffnet ‘The Executioner’, ‘Soldier Of Fortune’ macht mit seinen starken 80er-True-Metal-Vibes richtig Laune und ‘Condamné Pour L’Éternité’ liefert nach Regen und Donner deftiges Geballer auf Französisch. ‘Charme Funeste’ setzt erneut auf die “Sprache der Liebe” und kommt anfangs als Ballade überraschend stark an. Im wahrsten Sinne des Wortes galoppiert der Nackenbrecher ‘Primal Conquest’ nach vorne, bei dem harshe und cleane Vocals die Achterbahnfahrt noch rasanter machen. ‘Fatal Retaliations’ vereint in achteinhalb Minuten all das, was IRON SLAUGHT auf “Metallic Torments” richtig macht: rasiermesserscharfe Riffs, galoppierende Rhythmen, jede Menge Tempo, starke Melodien und einen Sänger, der sowohl mit rauen als auch mit klaren Vocals zu überzeugen weiß.
IRON SLAUGHT liefern mit “Metallic Torments” ein bockstarkes Heavy-/Speed-Metal-Album ab, das vor allem durch seine tollen Soundeffekte, knackigen Nackenbrecher, rasanten Riffs und eine gehörige Portion Dramatik überzeugt. Besonders in den französisch gesungenen Songs entfaltet die Sprache ihre Wirkung und setzt einen starken Akzent, der hervorragend zum hohen Tempo und der Energie der Platte passt. Wer klassischen Speed Metal mit reichlich Leidenschaft und Vollgas sucht, wird hier definitiv fündig.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


