IOTUNN
Titel: WAVES OVER COPENHELL
Label: METAL BLADE RECORDS
Spieldauer: 53:57 Minuten
VÖ: 09. Januar 2026
Mit erst zwei Longplayern auf der Habenseite stellen die dänisch/färöischen Progressive/Melodic Death Metaller IOTUNN ihr erstes Live-Album „Waves Over Copenhell“ vor, das noch aus weiteren Gründen kein ganz gewöhnlicher Livehappen ist.
Mit der Platte als Digital-, Vinyl- und auch Video-Version wird der Auftritt der Band beim Copenhell 2023 in der dänischen Metropole gewürdigt, für den eine eigens für diesen Abend programmierte Lasershow, welche auch das gelungene Coverartwork ziert, das üppige Klangbild der vier Dänen mit ihrem färöischen Sänger begleitet. Was uns zu einer weiteren Besonderheit führt, denn die meisten Gigs in letzter Zeit gingen mit Morten Bering Bryld am Mikro über die Bühne.
Sänger Jón Aldará hatte sich eine Auszeit genommen, wird aber voraussichtlich im kommenden Jahr wieder voll einsteigen. Der Auftritt in Kopenhagen fand jedoch noch mit ihm statt, so dass er die fünf majestätisch-emotionalen Kompositionen auf seine direkte und intensive Weise mit Growls und cleanen Vocals interpretiert.
Dabei kommen IOTUNN mit der Darbietung der komplexen, ausgeklügelten Stücke auf eine beachtliche Spielzeit von knapp über fünfzig Minuten. `Mistland´ stellt dabei die Verbindung zum aktuellen 2024er Langeisen “Kinship“ her, die übrigen vier performten Tracks `Waves Below´, `The Tower Of Cosmic Nihility´, `Voyage Of The Gerganey I´ sowie der Titeltrack stammen vom Full-Length-Debüt “Access All Worlds“ (2021).
Musik und Spielfreude, die majestätische Klanglandschaften und mitreißende Soundgewitter entstehen lassen, treffen auf ein energetisches, gespanntes Publikum und Jacob Hansens Produktion gelingt es, diese spezielle Atmosphäre einzufangen und zu transportieren, ohne das zwischen den Songs größere Interaktionen stattfinden.
Ein unvergesslicher Moment, den dieses Livealbum gekonnt einfängt und eine gute Gelegenheit, sich mit dem älteren Material dieser großartigen Band in einer rauen, direkten Version vertraut zu machen. Um den Status Quo des Könnens der Truppe kennenzulernen, ist der aktuelle „Kinship“ Output allerdings doch ein Stück weit besser geeignet als die dafür nicht wirklich repräsentativen älteren Nummern.
Michael Gaspar vergibt keine Bewertung


