INFERNAL FLAME – THE GRAVE

INFERNAL FLAME

Titel: THE GRAVE

Label: Apostasy Records

Spieldauer: 48:03 Minuten

VÖ: 06. Februar 2026

INFERNAL FLAME aus Warschau/Polen ist eine junge Black/Death-Metal-Band (seit etwa 2024 aktiv), die ihr Debütalbum “The Grave” am 13. Februar 2025 zunächst in digitaler Form veröffentlichte. Vor Kurzem nahm sich das deutsche Extreme-Metal-Label Apostasy Records der Band an, und gemeinsam veröffentlicht man “The Grave” am 06. Februar 2026 in verschiedenen physischen Varianten – alle streng limitiert. Für “The Grave” haben INFERNAL FLAME die Grundpfeiler wie folgt gesetzt: Gitarren und Bass wurden von Daniel “Vivi” Walkowiak eingespielt, Pawel “Wdowa” Wdowski schrieb die Texte und übernahm die Vocals. Die Drums steuerte Krzysztof Klingbein bei. Gemischt und gemastert wurde “The Grave” vollständig von Arkadiusz “Aro” Jablonski im Monroe Sound Studio. Das Logo stammt von Christopher Horst, das eindrucksvoll bedrückende und atmosphärische Cover-Artwork von Xaay, ergänzt durch das zusätzliche Layout von Simon Bossert.

Live sieht das Line-up der polnischen Black/Deather wie folgt aus: Daniel “Vivi” Walkowiak an der Lead Guitar, Daniel “Beton” Grotkiewicz am Bass, Pawel “Wdowa” Wdowski an Vocals und Rhythm Guitar sowie Jakub Muranowicz an der Schießbude. Die Jewelcase-CD erscheint in einer Auflage von 500 Exemplaren weltweit. Noch exklusiver fällt die schwarze Audiokassette aus, die mit nur 50 Stück weltweit zu den rarsten Versionen zählt. Besonders begehrt wird zudem die limitierte Black Vinyl sein, die in einem Gatefold mit Lyric Sheet erscheint und insgesamt 300 Kopien umfasst. Davon sind lediglich 100 Exemplare direkt über Bandcamp erhältlich, die restlichen Platten kommen über Händler wie Amazon, Napalm Records oder EMP. Alle Editionen beinhalten den hochwertigen Download des Albums sowie unbegrenztes Streaming über die Bandcamp-App.

Ich bin gespannt auf die rohe Aggression, die dunkle Atmosphäre und den Mix aus Black- und Death Metal, den die Polen zocken. Los geht es mit ‘Dreadead’, dem Opener, der sich bereits in den ersten Sekunden düster und kraftvoll zeigt. Sobald der Gesang einsetzt, erkennt man die Trademarks des polnischen Black/Death Metal noch deutlicher und taucht tief in den geschwärzten Sound ein. In den Kessel mit schwarzem Teer tauchen wir mit ‘Cauldron Of Black Tar’ ein, trotzen dem Licht, beschwören Dämonen und geben uns den rasenden Gitarren, den schnellen Einschlägen der Bässe und den düsteren Vocals hin – und in den etwas ruhigeren Passagen schauen wir uns ein wenig im blutig-eisigen Kessel um. In polnischer Sprache eröffnen INFERNAL FLAME die dritte Nummer ‘Nightmarer’, wechseln mit „Fuck your Prayers“ jedoch wieder ins Englische und werden dann ganz genretypisch explizit, rebellisch und blutig. Musikalisch ist der Song wütend, rasend und stimmungsmäßig verdammt stark. Neben den räudigen, tonal höher gelegenen Vocals gibt es auch dunklere Growls, was den Song insgesamt abwechslungsreicher und noch düsterer macht. ‘Echoes’ ist lyrisch ebenfalls nichts für die gläubige Oma, und musikalisch werden es INFERNAL FLAME damit auch nicht in den sonntäglichen Fernsehgarten schaffen. Dafür gibt es nihilistisch einiges auf die Mappe. Mit einem etwas längeren, melodischen Intro steuern die Schwarzmetaller in die druckvollen und deftigen Passagen von ‘Ogoun’, der von der „Human Obsolescence“ handelt – der Idee, dass Menschen durch technologischen Fortschritt, insbesondere durch Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung, in ihrer Rolle, ihren Fähigkeiten oder ihrer Relevanz überflüssig oder veraltet werden könnten. Aber organischen Black Metal auf einem umgedrehten Kreuz zu servieren, schafft keine Maschine – nicht heute, nicht morgen. Geiler, (noch) dystopischer Song. Gottlos, gnadenlos und hemmungslos dreschen Gitarren, Drums, Vocals und fette Bässe während ‘Turn World To (Dust)’ auf den Hörer ein. Im Titeltrack ‘The Grave’ gehen INFERNAL FLAME ebenfalls sehr intensiv und nihilistisch zur Sache, während ‘Blood, Bones And Flesh’ – der vorletzte Track – stampfend und zermalmend aus den Boxen kommt, zumindest in den ersten Minuten. Danach gibt es wieder Blastbeat-Dauerfeuer für die schwarze Seele. ‘Godbye’ ist der zweite Song (nach ‘Cauldron Of Black Tar’), dessen schwarzer Gewitterregen über sieben Minuten auf euch einprasselt – bitte den Regenschirm weglassen!

INFERNAL FLAME liefern mit “The Grave” ein kompromissloses, mehr Black als Death Metal Brett, das tief in der polnischen Black/Death-Metal-Szene verwurzelt ist. Diese rohe Aggression, der Hass, die Dunkelheit und die kalte rebellische Gangart kenne ich so wirklich nur von Osteuropäischen Bands und bin immer wieder fasziniert von der düsteren und atmosphärischen Performance. INFERNAL FLAME sind ein echter Underground-Geheimtipp und ihr Album “The Grave” ist nichts für Schöngeister – sondern Futter für alle, die ihre Mucke möglichst dunkelschwarz, räudig und gnadenlos mögen.

Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten