
IMPERIAL TRIUMPHANT
Titel: GOLDSTAR
Label: Century Media Records
Spieldauer: 38:19 Minuten
VÖ: 21. März 2025
IMPERIAL TRIUMPHANT veröffentlichen am 21. März 2025 ihr Album “Goldstar”, dass laut Info “die Erkundung des Extremen und Geheimnisvollen durch die ewigen New Yorker IMPERIAL TRIUMPHANT aufgreift und liefert das bislang fokussierteste, authentischste und zugänglichste Werk der Band”. Die Truppe besteht aus Zachary Ezrin (Vocals, Gitarre), Steve Blanco (Bass, Keyboards) und Kenny Grohowski (Drums). Das Trio wird von MESHUGGAH-Schlagzeuger Thomas Haake und dem legendären Schlagzeuger Dave Lombardo unterstützt. Das Studioalbum wird als Gatefold LP, CD Digipak und als Digital Album verfügbar sein.
Alienhaft, irgendwie außerirdisch, so “fühlt” sich der Opener ‘Eye of Mars’ an. Gittarengeschrammel, Drumgeballer und tief gegrunzte Vocals beherrschen die Szenerie, es gibt auch Spoken Words im weiteren Verlauf des Liedes. Zu Beginn von ‘Gomorrah Nouveaux’ hört man Kastagnetten – zumindest vermute ich das. Weiter geht die Reise im selben Stil des ersten Liedes. Zu ‘Lexington Delirium’ gibt es ein Video, das die Avantgarde-Metaller im berühmten Chrysler Building drehten. Dieser Fakt ist deswegen erwähnenswert, da nur wenige Künstler die oberen Etagen je betraten. Regie führte Brendan McGowan. Die Sprechstimme im Track ist die von Tomas Haake. Nachdem ‘Lexington Delirium’ nicht ganz so wild war, ist auch ‘Hotel Sphinx’ ein bisschen zugänglicher, die Vocals besser zu verstehen und mehr Struktur zu hören. Man könnte sogar gepflegt moshen.
IMPERIAL TRIUMPHANT kommentieren ‘Hotel Sphinx’ so:
Der ‘extraordinäre Entertainer’ führt ein leichtgläubiges Publikum durch die unheilvollen Hallen des ‘Hotel Sphinx’. Hinter den Lichtern, Kameras und der endlosen Action verbirgt sich eine verstörende Unterströmung – wo Macht durch die Unschuld der Jugend gefüttert wird. Die Grenzen zwischen Unterhaltung, Initiierung und Ausbeutung verschwimmen, während eine Verschwörung der Stille im ‘Erleuchteten Tal der Könige’ regiert; wo politische Berühmtheiten den Tod feiern. Übergangsriten zu düster, um darüber zu sprechen, versprechen falsche Erlösung in einer Welt, in der die Show niemals endet.
Wisst ihr Bescheid? Besonders creepy ist der Chor aus Kinderstimmen im Kontrast zum gesammten Song. Gott sei Dank dauert ‘NEWYORKCITY’ (mit Yoshiko Ohara) nur 47 Sekunden und auch ‘Goldstar’ dauert nicht länger als 54 Sekunden, ist aber wesentlich angenehmer zu hören und ziemlich “altbacken” im Stil der 1920er Jahre. ‘Rot Moderne’ bearbeitet das ohnehin schon angestrengte Trommelfell mit Drumbashing und wilden Gitarren, ‘Pleasuredome’ ist laut Info “Eine Reise in die Sinnlichkeit und das ursprüngliche Verlangen, wo das Fleisch zum Tempel wird und sich die Jagd nach Leidenschaft wie ein altes Ritual entfaltet. Die ‘Glocke läutet’, ein Aufruf, die gewöhnlichen Freuden zu überschreiten und den ‘Pleasuredome‘ zu betreten, einen Ort, an dem das Göttliche und das Animalische verschmelzen.”, und nochmal: Ihr wisst Bescheid – übrigens sind hier Tomas Haake und Dave Lombardo am Start. Im letzten Song namens ‘Industry of Misery’ werden wir über sieben Minuten “verwöhnt” mit all dem, was wir während der vorherigen Songs schon gehört haben.
Was für ein Fazit zieht man hier? Überwiegend kann ich dem wilden Durcheinander bestehend aus dunklem “Gesang”, tollwütigem gedresche auf dem Schlagzeug und wildem Gitarrenspiel nicht viel Positives abgewinnen. Gut anzuhören sind ‘Lexington Delirium’, ‘Rot Moderne’ und ‘Hotel Sphinx’. Wenn “Goldstar” das bisher zugänglichste Album von IMPERIAL TRIUMPHANT ist, dann bin ich irgendwie froh, dass ich den vorherigen Alben nicht über den Weg gelaufen bin.
Tobi Stahl vergibt 4 von 10 Punkten