HORSKH – MTNT

HORSKH

Titel: MTNT

Label: Wire Control / Blood Blast Distribution

Spieldauer: 27:31 Minuten

VÖ: 25. September 2026

HORSKH kommen aus Frankreich und haben sich seit ihrem Debüt mit der 2014 erschienenen EP „Dawn“ Schritt für Schritt ihren ganz eigenen Platz zwischen Industrial Metal und elektronischen Klängen erarbeitet. 2017 folgte mit „Gate“ das erste Full-Length-Album, bevor 2021 „Wire“ und 2024 „Body“ nachgelegt wurden. Nun steht mit „MTNT“ bereits der nächste Langspieler auf dem Programm. Für mich ist das Ganze allerdings völliges Neuland, denn HORSKH hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm und auch die bisherigen Alben sind an mir vorbeigegangen. Ein kleiner Blick in die Bandhistorie offenbart schnell die Entwicklung der Franzosen: Nach dem Sound-Aufbau ihrer bisherigen Werke „Gate“, „Wire“ und „Body“ schlägt „MTNT“ die nächste Brücke zwischen harten Industrial-Klängen, EBM, Metal und visueller Cyberpunk-Ästhetik. Ein Blick auf das aktuelle Line-up zeigt Bastien Hennaut am Mikrofon, Jordan Daverio an der Gitarre und Sylvain Abriel am Schlagzeug. „MTNT“ erscheint am 25. September 2026 über Wire Control bzw. Blood Blast Distribution und umfasst zehn Songs. Für mich gibt es damit zwar keine eigene Vorgeschichte, auf die ich beim Hören zurückgreifen kann – ich lerne HORSKH mit diesem Album erst richtig kennen. Mal schauen, was die Franzosen in meinen Gehörgängen anrichten.

Im Opener ‚Bad Glitch‘ geht es direkt zur Sache: Treibende Beats, wie sie aus diversen Undergroundclubs schallen könnten, dazu flackerndes Stroboskoplicht und eine tanzende Menge – das Kopfkino läuft. Inhaltlich geht es um etwas, das sich immer weiter ausbreitet, durch sterile Räume und Datenströme wandert und am Ende wie ein schlechter Virus alles erreicht. „It’s a bad glitch“ wird dabei zur düsteren Ansage und auch die Erkenntnis „I’m dead“ passt perfekt in dieses beklemmende Szenario. HORSKH verbinden elektronische Club-Energie mit einer düsteren Grundstimmung. Ähnlich gehen sie in ‚Glow‘ zu Werke, während ‚Hyperhuman‘ deutlich mehr Tempo sowie mehr Bass auffährt und auf Events der „schwarzen Szene“ für reichlich Schweiß auf dem Dancefloor sorgen dürfte. In ‚Strange Game‘ bekomme ich eine bessere Connection zum Album, da der Song im Vergleich zum nachfolgenden ‚Twisted Flesh‘ etwas weniger deftig daherkommt. HORSKH selbst beschreiben ihren Stil als Mix aus Industrial Rock, EBM (Electronic Body Music) und Grunge/Hardcore Punk – was perfekt zur Gangart von ‚Twisted Flesh‘ und auch ‚Target Fades‘ passt. In ‚Quicksand‘ servieren die Franzosen on top ein bisschen Core, den sie mit unter die Haut gehenden Bässen anreichern. Wer SLEEP TOKEN kennt, dürfte ‚The Party Is Over‘ mögen und sich vom futuristischen Klangteppich treiben lassen. Mit ‚Dream‘ und ‚Connected‘ schließt „MTNT“ nach knapp 28 Minuten und war für mich eine interessante Erfahrung sowie ein lehrreicher Abstecher in ein anderes Genre.

„MTNT“ war für mich ein Ausflug in eine Szene, in der ich ehrlich gesagt nicht wirklich zu Hause bin. Gerade deshalb möchte ich das Album nicht größer oder fachkundiger beurteilen, als es mein eigener Höreindruck hergibt. Was ich aber definitiv sagen kann: HORSKH liefern eine spannende Mischung aus Industrial Rock, EBM, Grunge/Hardcore Punk und elektronischen Klängen, die gerade durch die unterschiedlichen Tempi und die teilweise richtig fies unter die Haut gehenden Bässe zu überzeugen weiß. Fans der Szene und der Band dürften mit „MTNT“ voll auf ihre Kosten kommen. Meine Vorstellungskraft reicht jedenfalls völlig aus, um mir auszumalen, dass diese zehn Songs in den Clubs ordentlich abräumen werden. Ein spannender Blick über den eigenen Tellerrand!

Tobi Stahl vergibt keine Bewertung