
HEXECUTOR
Titel: …WHERE SPIRIT WITHERS IN ITS FLESH CONSTRAINT
Label: Dying Victims Productions
Spieldauer: 47:59 Minuten
VÖ: 28. März 2025
Unter dem epischen wie (erneut) sperrigen Titel „…Where Spirit Withers In Its Flesh Constraint“ servieren uns die seit 2011 aktiven französischen Black-Thrasher HEXECUTOR ihren Longplayer Nummer Drei.
Hexecutor
Stilistisch hat die Band gegenüber ihrem letzten Album „Beyond Any Human Conception Of Knowledge…“ (2020) nicht mehr allzu viel verändert: Weiterhin spielt das Quintett aus Rennes meist speedigen, melodischem bis hymnischen Black/Thrash mit einigen traditionellen Metal-Einflüssen. Während beim recht thrashlastigen (aber trotzdem geil räudigen) Debüt „Poison, Lust And Damnation“ (2016) noch an allen Ecken alte Slayer rauszuhören waren, würde ich spätestens seit dem Vorgänger eher Bands wie z. B. Witching Hour zum Vergleich ranziehen.
…Where Spirit Withers In Its Flesh Constraint
Auch songtechnisch halten HEXECUTOR auf „…Where Spirit Withers In Its Flesh Constraint“ in etwa das Niveau des Vorgängers und kommen dabei diesmal nur zweimal unter der Sechs-Minuten-Grenze ins Ziel. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass die Band immer dann so richtig stark und interessant wird, wenn sie sich genug Zeit nimmt, ihre Songs mit Leben zu füllen.
Als Anspieltipps würde ich deshalb gleich die drei Siebenminüter der Scheibe nennen: Der nach dem Vorgänger benannte Opener ‚Beyond Any Human Conception Of Knowledge‘, ‚Paol Goz‘ und ‚Conomor Le Maudit‘ sind allesamt rasante, permanent spannende und phasenweise fast schon progressive Achterbahnfahrten und machen schon die Häfte der Spielzeit aus.
Meine persönlichen Highlights sind letzten Ende aber dann doch das eher straighte ‚Youdig – Perfides Frontières‘ (erinnert noch am ehesten an Slayer zu „Show No Mercy“-Zeiten) und das einzige meist im melodischen Midtempo gehaltene ‚Kerdis Bras‘ (erinnert etwas an Sentenced zu „Amok“-Zeiten) . Hoffe, beide Songs schaffen es ins zukünftige Live-Set der Band.
Die restlichen drei Songs der Scheibe fallen qualitativ zwar nicht nennenswert ab, bieten im direkten Vergleich aber auch nichts wirklich Spektakuläres – außer vielleicht, dass das quirlig-aggressive ‚Dogue Noir‘ der bisher kürzeste Song der Band ist und der nette Abschluss-Speeder ‚Marion Trommel‘ das Album fast schon hardrockig ausklingen lässt.
Fazit
„…Where Spirit Withers In Its Flesh Constraint“ kommt schon beim ersten Durchlauf ziemlich cool, entfaltet seine Stärken und Highlights meiner Meinung nach aber erst nach einigen Hördurchgängen so richtig. In dieser Hinsicht hatten beide Vorgänger zwar mehr qualitative Schwankungen, aber auch immer den ein oder anderen Song, der schneller ins Ohr ging. Der Sound der Scheibe ist etwas tiefenlastiger als beim etwas brachialer klingenden Vorgänger, der mir in dieser Hinsicht eine Nuance besser gefallen hat. Ist aber sicher auch Geschmackssache.
Aktuell kommen HEXECUTOR mit ihrem Sound weder an Bands wie Kampfar (in Sachen Epik) noch an Acts wie Hellripper (in Sachen Wahnwitz) ran, machen mit ihren abwechslungsreichen Songs aber trotzdem überdurchschnittlich viel Spaß. Wie schon bei den Labelkollegen Gallower glaube ich, dass hier in der Zukunft noch einmal eine deutliche Leistungssteigerung drin ist.
Joe Nollek vergibt 7,5 von 10 Punkten