HEX A.D.
Titel: SURGICAL CUTS IN THE COSMOS
Label: Apollon Records
Spieldauer: 46:44 Minuten
VÖ: 22. Mai 2026
Erinnert sich noch wer an Rowan Robertson? Der Mann wurde einstens 17 Jahre alt gefeiert als neuer Gitarrist von Dio. „Lock Up The Wolves“ hieß das Album, eine Tour folgte noch. Ich habe ihn mit Dio im Vorprogramm von Metallica gesehen im Frühjahr 1990 in Hannover. Danach scheint er verschwunden zu sein.
Bis jetzt.
Jetzt entdecke ich ihn im Line Up der Norweger HEX A.D. Dort ist er der Neue an den sechs Saiten. Mit seinem Spiel veredelt er Album Nummer 8 der Nordmänner. Ich kenne die Truppe aus Larvik seit 2021. Seitdem ist „Surgical Cuts In The Cosmos“ der dritte Dreher. Und ich bin überrascht, jedes Album erscheint mir anders als die davor. Und trotzdem klingen sie genau wie man sie kennt.
Was ist anders? Nun, erst einmal ist das neue Werk kein Konzeptalbum. Das heißt aber nicht, dass die Jungs dieses mal nichts zu sagen haben. Schon das Cover zeigt, dass sie hier auch wieder sich mit den aktuellen Zeitläufen auseinandersetzen.
Die Songs sind etwas härter und direkter geworden, Wohl auch durch Rowans Einfluß ist wieder mehr Black Sabbath im Sound, Aber auch Doom der Marke The Obsessed scheint eingeflossen zu sein. Gerade der Opener ´Reintroducing A Bit Of Heat´ bringt diese Düsternis und Schwere. Was dann wieder von allem abhebt ist die saugeil dominante Schweineorgel. Die kommt auf dieser Scheibe gefühlt noch stärker zum Zuge als auf bisherigen Releases.
Neu scheint mir auch diese schnoddrige Punk Attitüde in ´A Bloody Mess´. ´Black Rope Candy´ feiert die Düsternis. Ich fühle mich an ein Stück Lakritz erinnert, so wie hier finstere Bitternis und eine gewisse süßholzige Sweetness in den Melodien aufeinandertreffen. Dagegen verbreitet ´Perfectly Fatal´ schon fast rock’n’rollige Lockerheit.
Danach folgt mit ´P.I.G.´ ein erstes Opus Magnum. Ein ruhiger Beginn, rhythmisch erscheint es eine Hommage an die ´Mama´ von Genesis. Welche Dynamik, welche Steigerung. Minutenlang kommt die Band ohne Gesang aus. Und fesselt. ´The Devil Makes Work For Idle Hands´ bringt den Hauch Wytch Hazel mit, der auch auf früheren Alben immer mal durchklang. Zum Schluß noch eine Großtat. ´Death Of A Thousand Cuts´ bringt noch einmal alle schon genannten Klangfarben zusammen. Ein würdiger Abschluß einer wirklich großen, fesselnden Scheibe.
Großes Kino. Und Rowan Robertson ist eine echte Wiederentdeckung. Hoffentlich hat er hier mehr Glück, als ihm mit Dio vergönnt war.
Mario Wolski vergibt 9 von 10 Punkten


