HELLOWEEN – HELLOWEEN

HELLOWEEN

Titel: HELLOWEEN

Label: NUCLEAR BLAST

Spieldauer: 65:04 Minuten

Nach der “Pumpkins United World Tour” als Andi Deris, Michael Kiske, Kai Hansen, Michael Weikath, Markus Grosskopf, Sascha Gerstner und Dani Löble zusammen die Querelen beseitigt und die Kraft der „sieben Herzen“ sowie dreier Leadsänger erlebt hatten, erscheint jetzt das erste Album in dieser wohl einzigartigen Besetzung.

Das selbstbetitelte “Helloween“ eröffnet damit ein neues Kapitel in der langen und wechselvollen Geschichte der deutschen Power Metal Band überhaupt und verbindet die verschiedenen Phasen und Elemente der Band auf ungeahnte Weis. Angefangen bei “Walls Of Jericho“ bis zum letzten Studiooutput “My God-Given Right“ wird hier die eigene Historie nicht kopiert,  sondern überzeugend zitiert und ausgelegt.

Der Opener ‘Out For The Glory‘ ist ein siebenminütiger galoppierender Power Metal Song, wie er Helloween-typischer nicht sein könnte, wobei die drei Vokalisten sich in ihren Eigenarten hervorragend ergänzen. Die zweite Single und Deris Komposition “Fear of the Fallen” hat ein Iron Maiden Feel und zum Teil auch Riffing an sich, das Deris und Kiske gemeinsam zu einem großen Helloween Moment  ummünzen. Der wohl eingängigste Track der Scheibe ist “Best Time“ und erinnert in der Machartv an “Dr. Stein“ und ist mit seiner Catchiness einfach nur packend. Rotz-rockig treten die Pumpkins bei nachfolgenden Banger ‘Mass Pollution’ auf. Old Schoolig und überzeugend und natürlich immer sie selbst. Wie aus einem Guss heißt wohl die Floskel aber sie stimmt, hört man sich alleine nur die zwölfminütige Mammut-Single “Skyfall“ an.

Anstatt jetzt alle Tracks durchzugehen, mache ich es kurz: Die neue HELLOWEEN strotzt nur vor hörbarem Enthusiasmus, Bandbreite, überbordender Dynamik, Kraft und einem Variantenreichtum den wohl keiner (ich als allerletztes) den alten Recken zugetraut hätte. Besser kann man diese Musik nicht machen, wenn sogar Power Metal Verächter wie ich selbst von dem Album in weiten Teilen gepackt werden. So bleibt nur der Griff zu den ganz hohen Notenbereichen.

Sven Bernhardt vergibt 9 von 10 Punkten