HELLGRAV
Titel: DEHUMANIZED
Label: Fetzner Death Records
Spieldauer: 43:02 Minuten
VÖ: 17. Juli 2026
Im Herbst 2021 gründeten Ralf (Gesang), Mic (Gitarre), Daniel (Bass) und Matze (Schlagzeug) im niederrheinischen Grefrath-Oedt HELLGRAV. Die vier Musiker bezeichnen ihren Sound selbst als „Rotten Death Metal“ und verbinden die schwedische Death-Metal-Schule mit Einflüssen aus US-Gefilden. Wütende Riffs, sägende HM-2-Gitarren, wilde Raserei, düstere Melodien und nackenbrechende Grooves gehören dabei zum musikalischen Rezept der Nordrhein-Westfalen. Nach dem Demo „Rottomatic“ (2022) folgten zahlreiche Liveauftritte, unter anderem beim Rage Against Racism Festival und NRW Death Fest sowie als Support von DISBELIEF, wodurch sich HELLGRAV mit ihren energiegeladenen Shows einen Namen in der Szene erspielen konnten. Im März 2025 veröffentlichten HELLGRAV mit „Dehumanized“ ihr Debütalbum zunächst in Eigenregie digital und auf CD. Im Juli desselben Jahres folgte über Rat Covenant eine limitierte Kassettenauflage. Jetzt bekommt die Platte bei Fetzner Death Records erneut eine physische Variante: Am 17. Juli 2026 erschien „Dehumanized“ als limitiertes 12″-Vinyl in zwei Farbvarianten. Die elf Songs wurden von Simon Heinen produziert und verbinden die schwedischen Death-Metal-Wurzeln des Vierers mit amerikanischem Geknüppel und jeder Menge Groove. Für mich ist das Album damit allerdings kein unbekannter Kandidat mehr, sondern bekommt jetzt durch die physische Promo noch einmal die verdiente Aufmerksamkeit auf dem Schreibtisch. Mal schauen, was der „Rotten Death Metal“ aus Grefrath-Oedt nach gut 43 Minuten in den Gehörgängen hinterlässt.
Ohne große Vorbereitungen, ohne große Einleitung ballern HELLGRAV los und deuten mit ihrem Opener ‚Mutilation of the Stillborn‘ an, dass es hier wohl ein richtiges Auf-die-Fresse-Death-Metal-Fest geben wird! Munter weiter in die Synapsen des Hörers geballert wird auch in der zweiten Nummer ‚Raging Inferno‘ sowie in ‚Chainsaw Crew‘, das rein musikalisch ein gottloser Nackenbrecher ist und ein so gnadenlos gutes Gitarrenspiel liefert, dass der Song unbedingt auf die Highlight-Liste dieses Albums muss. ‚Hijacked‘, ‚Pestosteron‘ und ‚Impaled and Beheaded‘ feuern einen nach dem anderen auf die Gehörgänge. Besonders ‚Pestosteron‘ macht mächtig Bock, ist eine absolut düstere Nummer und beginnt wie eine wuchtige Dampfwalze, entpuppt sich danach aber als gnadenlos druckbetankter Death-Metal-Fetzen. Mit ‚Impaled and Beheaded‘ ziehen die Jungs von HELLGRAV dem Hörer anschließend die Haut vom Gesicht – so muss Death Fucking Metal klingen! ‚Rotten Colony‘ ist eine geile instrumentale Darbietung der Jungs an den Instrumenten. Erst in ‚Spit Out Your Teeth‘ ranzt Sänger Ralf wieder räudig aus seiner Kehle und führt den Hörer zurück in den brachialen HELLGRAV-Wahnsinn. Im Prinzip sind ‚Sadistic Death-Infector‘, ‚Distorted Identity‘ und ‚Dehumanized‘ ebenso gnadenlose Todesblei-Ballermänner, die Napalm abfackeln und für ausufernde Moshpit-Partys sorgen werden. HELLGRAV lassen auch auf der Zielgeraden keine Gnade walten und feuern ihre Riffs mit ordentlich Wucht aus den Boxen. Sägende Gitarren, brutales Drumming, räudige Vocals und jede Menge Druck sorgen dafür, dass die letzten drei Nummern noch einmal richtig auf die Fresse gehen. Besonders der Titeltrack ‚Dehumanized‘ darf dabei mit seinen über sechs Minuten zeigen, dass die Jungs nicht nur die kurze Death-Metal-Abrissbirne beherrschen, sondern auch über längere Distanz ordentlich Feuer unter dem Kessel haben. Wer bis hierhin noch stillgestanden hat, dürfte spätestens jetzt im Moshpit landen.
Geile Basslines, brutale Growls, gnadenloses Gegrunze, ein Schlagzeug, das alles in Fetzen haut, heftige Groove-Attacken von Minute eins an und blitzschnelle Gitarren machen „Dehumanized“ zu einem richtig fetten Todesblei-Brett. HELLGRAV ballern hier ohne große Verschnaufpause durch die Gehirnwindungen und hinterlassen auf dem Weg dorthin tiefe Schürfwunden in den Eingeweiden. Ein geiles Stück Rotten Death Metal, das vor allem live im Moshpit seine volle Wirkung entfalten dürfte.
Tobi Stahl vergibt 8,5 von 10 Punkten


