HEART HEALER – The Metal Opera by Magnus Karlsson

HEART HEALER

Titel: The Metal Opera by Magnus Karlsson

Label: Frontiers Music

Spieldauer: 61:53 Minuten

Mehr als 20 Jahre Entstehungszeit, eine hochkarätige Besetzung und die Verwendung der Genrebezeichnung im Titel verdeutlichen den hohen Anspruch dieser neuen Scheibe aus dem Hause Frontiers Music. Primal Fear-Klampfer und -Songwriter Magnus Karlsson versammelte für die Umsetzung eine durchaus illustre Schar mehr oder weniger etablierter, ausnahmslos weiblicher, Vokalisten um sich. Die äußerst talentierte Adrienne Cowan (Seven Spires, Sascha Paeth’s Masters Of Ceremony, Avantasia) übernimmt dabei die Rolle der namensgebenden HEART HEALER. Netta Laurenne (Smackbound, Laurenne/Louhimo), Youmna Jreissati (Ostura), Ailyn (Her Chariot Awaits, ex-Sirenia), Noora Louhimo (Battle Beast), Margarita Monet (Edge of Paradise) und Anette Olzon (The Dark Element, ex-Nightwish) verkörpern die weiteren Charaktere.

Diese begegnen der der Protagonistin auf ihrer Reise ins Unbekannte in allerlei Situationen wohlwollend, hilfesuchend oder gar feindlich. Dabei wird auf Ein- bzw. Überleitungen zwischen den einzelnen Stücken oder die Vorstellung der handelnden Personen in Interludes oder durch einen Erzähler verzichtet. Die Fortschreibung der Storyline in den Lyrics lässt diese dadurch oftmals arg bemüht und plakativ erscheinen. Auch vermisst der Hörer Verbindungen zwischen den einzelnen Songs, so dass diese eher einzeln nebeneinander stehen. Zudem hätte ich mir den ein oder anderen Track etwas kompakter gewünscht. Lässt man sich aber ein wenig auf das Werk und die dargelegte Geschichte ein, so wird man vor allem mit einem Haufen guter Songs belohnt. Diese transportieren die widersprüchlichen, teils gegensätzlichen Emotionen der Protagonistinnen obendrein sehr gut.

Dabei stechen für mich vor allem die Solo-Titel besonders positiv heraus. Darunter der hochklassige Opener mit Ohrwurmgarantie ‘Awake’, das von Anette Olzon fantastisch dargebotene ‘Mesmerized’ und das von der rauen, kraftvollen Stimme von Noora Louhimo getragene ‘Into The Unknown’. Im ebenso hörenswerten ‘Who Can Stand All Alone’ sorgen Cowan´s und Olzon´s Stimmen dann im direkten „Duell“ für Gänsehaut. Eine cineastische, Unheil ankündigende Bläser- und Streicherpassage leitet mit ‘Evil’s Around The Corner’ ein weiteres energetisches Highlight der Platte ein. Adrienne Cowan und erneut die Battle Beast-Frontfrau führen hier ein aufrüttelndes, musikalisches Zwiegespräch. Die Krönung bildet schließlich das epische, positiv-aufbauende Stimmung versprühende ‘This Is Not The End’. Sämtliche Stimmen sind beteiligt und vereinen sich letztmalig zu fulminanten Chören. Zudem wartet das Stück mit einem gradiosen Solo auf und stellt den würdigen Abschluss einer durchaus geglückten Scheibe dar. Die angepriesene monumentale Metal Oper erwartet den Hörer hier nicht unbedingt. Dafür jedoch einige erstklassige Songs von sieben starken Frauen und ihren enorm vielseitigen Stimmen. Und das ist doch auch schon was.

Michael Gaspar vergibt 7,5 von 10 Punkten