HARDLINE – SHOUT

HARDLINE

Titel: SHOUT

Label: STEAMHAMMER/OPEN

Spieldauer: 46:40 Minuten

VÖ: 17. April 2026

Gegründet wurden die US-amerkanischen Hardrocker HARDLINE 1991 von den Brüdern Johnny (v) und Joey (g) Gioeli. Mit Gitarrist Neal Schon (Journey) und Schlagzeuger Deen Castronovo stießen erfahrene AOR Hasen hinzu. Ebenfalls zum ersten Line-Up gehörte Ex-Sequel-Bassist Todd Jensen.

Warum ich das hier erwähne? Weil die Band sich mit ihrem neuen Studioalbum “Shout“ auf ihr 1992 veröffentlichtes, erfolgreiches Debütalbum “Double Eclipse“ bezieht und mit der aktuellen Besetzung mit Sänger Johnny Gioeli (Axel Rudi Pell, Crush 40) und seinen italienischen Kollegen, Keyboarder Alessandro Del Vecchio, Gitarrist Luca Princiotta, Anna Portalupi am Bass sowie Schlagzeuger Marco Di Salvia treffsicher an den Bandklassiker anknüpft.

Die Scheibe enthält zehn neue Songs, die „das klassische Songwriting von ‚Double Eclipse‘, allerdings mit einer zeitgemäßen Produktion sowie aktuellem Sound“ verbinden. HARDLINE erfinden sich nicht neu, aber liefern gewohnt beeindruckende Kost zwischen mitreißenden Rockern wie dem eröffnenden Titeltrack, der folgenden Vorabsingle `Rise Up´ und dem treibenden `I´m Leaning On It´ sowie melodisch-metallisch anmutenden Nummern wie `Mother Love´, `Rise Above No Fear´ und das grandiose, muskulöse `Welcome To The Thunder´.

Für Gioeli ist “Shout“ nach offizieller Zählung das 108. (!!) Album, an dem er als Musiker aktiv beteiligt war, eventuell sind es sogar ein paar mehr. Er sagt, „dass Songwriting egoistisch sein muss. Denn nur wenn man von seiner Musik selbst begeistert ist, kann man auch andere von ihr überzeugen.“ Oder wie mein Kollege immer so schön sagte: „Du kannst nur jemanden anzünden, wenn du selbst für etwas brennst.“ Dabei beweist er, dass er sich, wenn überhaupt, gesanglich nur vor ganz wenigen lebenden Kollegen des Genres verstecken muss und liefert eine Performance in Bestform ab, kraft- und gefühlvoll zugleich.

Womit wir schon beim Thema sind, denn neben den neun neuen Stücken, die von Gioeli, Del Vecchio und Gitarrist Luca Princiotta komponiert wurden, gehört die packende Coverversion des Scorpions-Songs `When You Came Into My Life´ zu den großen Überraschungen und Highlights auf “Shout“. Die wenig bekannte Ballade stammt vom 1996er Album „Pure Instinct“ des Hannoveraner Quartetts.

Auch `Glow´, die emotional bewegende Ballade „Marke Eigenbau“, in der Komponist Alessandro Del Vecchio unter anderem den Verlust von treuen Haustieren oder eines geliebten Menschen sowie das Engagement seines Bandkollegen für vernachlässigte Hunde aus Tierheimen musikalisch behandelt, ist wahrlich nicht von schlechten Eltern und bildet als abschließender Track das emotionale Finale der Platte.

Unter dem Strich ist “Shout“ wahrlich nicht innovativ oder überraschend, aber bei HARDLINE weiß man, was man erwarten darf und dann auch zuverlässig bekommt: eine ausgeglichene, überdurchschnittliche Scheibe voller Rockhymnen und Balladen mit großartigen Songs und versierten Musikern, die für Fans von melodischem Hardrock kaum einen Wunsch unerfüllt lassen.

Michael Gaspar vergibt 8,5 von 10 Punkten