HALIPHRON – PREY

HALIPHRON

Titel: PREY

Label: LISTENABLE RECORDS

Spieldauer: 50:22 Minuten

VÖ: 31. März 2023

Die niederländischen Extreme Metaller HALIPHRON wurden im Jahr 2021 gegründet und rekrutieren sich aus ehemaligen und aktiven Mitgliedern von u. a. Izegrim, God Dethroned und Bleeding Gods. Allen voran die vormalige Izegrim Frontfrau Marloes Voskuil am Mikro sowie hinter der Schießbude God Dethroned Drummer Frank Schilperoort.

Zusammen erschafft dieser befreundete, passionierte und ambitionierte musikalische Schmelztiegel auf dem gemeinsamen Debütalbum “Prey“ einen bombastischen, epischen, kraftstrotzenden und enorm kreativen Extreme Metal Sound in acht neuen Tracks, welche auf das symphonische Intro `Let The World Burn´ folgen.

Harte, frostige Gitarrenarbeit, messerscharfes Drumming, Pianoklänge sowie prachtvolle Chöre und Orchestrierungen/Synthies treffen auf die facettenreichen Vocals der Frontfrau zwischen tiefen Growls, aggressivem Gekeife und in Ansätzen melodischem Gesang.

Es entstehen düstere, begeisternde Symphonic/Melodic Black/Death Hymnen wie das treibende `Mother Of All Evil´ und der grandiose Titeltrack, die Vorabsingle `Human Inferno´, das großartige `Perfect Existence´ mit seinem mitreißenden Solo und das abschließende, epische `Unidentified Mass´.

Easy Listening sieht verständlicherweise anders aus, aber wer ein wenig Zeit in die Scheibe investiert, wird mit immer neuen Entdeckungen und Details und einem vielschichtigen Sound und guten Songs belohnt.

Oft wirken diese allerdings etwas wild und nehmen sich bei dauerhaft hoher Geschwindigkeit ein wenig hektisch und beinahe gehetzt aus. Andererseits ist dies genau der Effekt, den man musikalisch erzeugen möchte. Geht es doch in den Texten um die Jagd aus der Sicht der verfolgt ums eigene Leben rennenden, verzweifelten Beute.

“Prey” ist somit nichts für schwache Nerven und alles andere als ein leicht verdauliches Hörvergnügen, aber eben auch ein echt starkes, dunkles und qualitativ hochwertiges Debütalbum mit viel Atmosphäre und der talentierte Sechser eine vielversprechende Neuentdeckung im symphonisch-melodischen Extreme Metal Sektor.

Michael Gaspar vergibt 8 von 10 Punkten