FUNEBRARUM – BECKONING THE VOID OF ETERNAL SILENCE

FUNEBRARUM

Titel: BECKONING THE VOID OF ETERNAL SILENCE

Label: PULVERISED RECORDS

Spieldauer: 49:09 Minuten

VÖ: 29. Mai 2026

1999 gründeten sich FUNEBRARUM in Clifton im Bundesstaat New Jersey. Bei den Gründungsmitgliedern waren auch Musiker von den Funeral Doom Königen Evoken beteiligt. Gerade ihr zweites Album The Sleep of Morbid Dreams erachte ich als späten Klassiker des pechschwarzen Death Metals. Von der Ursprungsbesetzung ist nur noch Sänger Daryl Kahan aktiv, der Rest der Band sind Neuzugänge aus den letzten elf Jahren.

Meine Erwartungen sind extrem hoch, da FUNEBRARUM zu meinen absoluten Kultbands gehören und auch nur alle Jubeljahre eine neue Platte veröffentlichen.

Ein stimmiges Intro und dann geht es mit dem Titeltrack los, der mächtig, erdig und brutal aus den Boxen fetzt. Schon hier: FUNEBRARUM in Reinkultur. Fieses Riffing, phantastisches Drumming und ein knurriges und ultratiefes Organ von Daryl Kahan. Perfekter Einstieg! Doch das war noch lange nicht alles: es folgen Songs aus variablem und pechschwarzem Death Metal, der an den richtigen Stellen ein paar Keyboarduntermalungen feilbietet gleichwohl an Niedertracht nicht zu überbieten ist.

FUNEBRARUM erschaffen einen düsteren Kosmos aus brutaler Death Metal Kunst, die zwischen schnell und langsam perfekt umschalten kann. Die Songs haben gehörig Dampf auf dem Kessel, sind variabel ohne Ende, vom Blastgehacke, treibender Todesrhythmik bis hin zur breiten Death-Doomwalze. Die Gitarrensoli sind furios und unterstreichen die In Your Face Attitüde dieser Scheibe. Trotz allem Geprügel verstehen es FUNEBRARUM eine bedrohliche und dunkle Atmosphäre zu erschaffen. Die böse Aura der Platte sitzt in jedem Growl, jedem Gitarrenanschlag und jedem Drumbeat – gespenstisch!

‚Ancestral Manor‘ ist ein kurzes akustisches Zwischenstück bevor ‚Anhela Odor Mortuorum (The Adepts)‘ die zweite Seite der Scheibe einläutet. Mächtig wie ein Gebirge baut sich dieser Song ausgehend von wildem Gehacke auf. Auch hier zeigt sich das unglaublich variable und akzentuierte Drumming von Charlie Koryn. Den Abschluss des Albums macht die flüsternde Kathedrale, ‚The Whispering Cathedral‘. Schon interessant wie sich FUNEBRARUM das Flüstern von jahrhundertealten Gemäuern aus vielen Tonnen Stein so vorstellen. Granatenstark!

Mein Fazit zu „Beckoning the Void Of Eternal Silence“: Diese Scheibe hat meine Erwartungen definitiv übertreffen können. Sowohl in Hinsicht auf Songwriting, handwerklicher Ausführung aber auch in Sachen Produktion, die mächtig und gleichzeitig natürlich klingt. Dazu kommt eine apokalyptische und düstere Endzeitstimmung. Für mich ein heißer Anwärter auf den Jahresthron aber da lege ich mich erst am Ende Dezember fest. Großartig und meine Verneigung!

Ingo Holzhäuser vergibt 9,5 von 10 Punkten