FROZEN SOUL – NO PLACE OF WARMTH

FROZEN SOUL

Titel: NO PLACE OF WARMTH

Label: Century Media Records

Spieldauer: 35:29 Minuten

VÖ: 08. Mai 2025

Die Death-Metal-Truppe FROZEN SOUL aus Dallas/USA ist auf dem besten Weg, sich als feste Größe in der Death-Metal-Szene zu etablieren. Spätestens seit ihrem eiskalten Debüt “Crypt Of Ice” und dem starken Nachfolger “Glacial Domination” haben sich die Texaner mit ihrem “Cold School Death Metal” einen Namen gemacht und konnten zuletzt auch live ordentlich Eindruck hinterlassen, unter anderem auf Tour mit HEAVEN SHALL BURN und THE HALO EFFECT. Mit “No Place of Warmth” legen Sänger Chad Green und seine Mitstreiter nun ihr drittes Studioalbum vor, das am 08. Mai über Century Media Records erscheint und erneut auf eine Mischung aus brachialer Härte, dezenten melodischen Elementen und der gewissen Portion Frozen Death setzt. Die keineswegs unterkühlte, sondern leidenschaftliche und fannahe Band besteht aus Chad Green (Vocals), Michael Munday (Gitarre), Chris Bonner (Gitarre), Samantha Mobley (Bass) und Matt Dennar (Drums), die als eingespielter Blizzard ihren Sound weiter festigen und forcieren. Für die neue Scheibe zog es die Band in die Random Awesome Studios nach Midland, Michigan, wo man gemeinsam mit Produzent Josh Schroeder sechs Wochen lang am Material arbeitete. Anders als zuvor ging man diesmal mit einer Art “blankem Blatt” ins Studio, schrieb große Teile der Songs direkt vor Ort und folgte dabei konsequent dem eigenen Instinkt, statt Ideen zu zerdenken – organischer geht es nicht.

Inhaltlich geht’s auf “No Place of Warmth” um die Schattenseiten des Lebens und persönliche Abgründe – eine Art Bestandsaufnahme der Verwüstung und gleichzeitig ein offener Brief an die Fans, der die kalte Realität des Lebens anprangert, aber auch Motivation und Kraft vermitteln will, den eigenen Weg zu gehen. Mit Features von Gerard Way (MY CHEMICAL ROMANCE), Devin Swank (SANGUISUGABOGG) und Rob Flynn (MACHINE HEAD) bringen einige Szenegrößen ihren eigenen Stil in die Songs ein und sorgen für zusätzliche musikalische Eisstürme im ohnehin schon druckvollen Riffgewitter von FROZEN SOUL.

Steigen wir mit dem Titeltrack ‘No Place of Warmth’ ein, der direkt klar macht, wohin die Reise geht: schwere Riffs, wuchtige Drums und die gewohnt tiefen Growls von Chad Green, die sich wie ein Eissturm durch die Gehörgänge fräsen. Endlich grollt die Stimme des Frontmanns wieder aus den Boxen aller Cold-School-Death-Metal-Fans dieser Welt und sorgt für dieses vertraute Gefühl eisiger Kälte – ‘No Place of Warmth’ ist ein Auftakt, der den Hörer mit seiner Wucht langsam, aber todsicher plattwalzt. Keine Geringeren als MACHINE HEAD in Persona von Robb Flynn bolzen im anschließenden ‘Invoke War’ musikalisch brachial und lyrisch emotional mit. Thematisch geht es hier um den inneren Kampf mit Verlust, Trauer, Schuldgefühlen und Depression – und darum, wieder aufzustehen. Der Track wirkt wie eine Hymne für genau diese Momente, als zusätzlicher Push, wenn’s drauf ankommt. Robb Flynns Beitrag verleiht der Nummer nochmal eine ordentliche Portion Intensität und knüpft inhaltlich an ‘Arsenal Of War’ vom Vorgänger an, in dem es darum ging, an die Vergangenheit zu denken und das Licht und die Erinnerungen an einen verlorenen geliebten Menschen mit sich zu tragen. Schlagzeuggewitter überfährt euch im 53-Sekunden-Brecher ‘Absolute Zero’, inklusive giftiger Vocals, die euch an die Stirn geknallt werden.

Soundsamples eröffnen den aggressiven Nackenbrecher ‘Dreadnought’, in dem Devin Swank für zusätzliche Wucht sorgt. Mehr Tempo, mehr Groove und mehr Kälte servieren die Texaner in ‘Chaos Will Reign’ und ‘Eyes of Despair’, mystisch startet ‘Ethereal Dreams’, um dann zu einem gnadenlosen Brett aus fetten Drumeinschlägen, infernalischen Headbangermomenten und wütendem Gesang zu werden. Spoken Words der dunklen Art eröffnen die “böse” Nummer ‘Skinned by the Wind’ – stellt euch das mal vor, oder lasst lieber den Nacken krachen zu diesem Monster von einem Song. “DöööööthWeaver” dröhnt es, während ‘Deathweaver’ aus Greens Kehle ertönt, ein so tiefes Grollen, das man sicher nicht vergisst, genauso wenig wie den Todestahl-Hammer ‘Frost Forged’, der leider schon die vorletzte “Kugel Stahleis” auf “No Place of Warmth” ist und meinen persönlichen Highlight-Shout hat mit: “I AM FROST FORGED”, so geil. ‘Killin Time (Until It’s Time to Kill)’ ist wohl der Song mit dem meisten Drive, dem meisten Groove und der meisten Wucht – die druckbetankten Gitarren, Drums und Bässe fetzen regelrecht ins Gesicht, die Vocals sind mit die besten unter der Sonne und die Hookline ist ein Earcatcher vor dem Herrn, sorry, vorm Eisgott.

“No Place of Warmth” ist ein brachiales, eingängiges Death-Metal-Brett, das mit wuchtigen Riffs, druckvollen Drums, infernalischen Growls und genau der richtigen Portion Groove und Melodie überzeugt. FROZEN SOUL liefern hier ein gnadenloses, aber gleichzeitig mitreißendes drittes Album ab. Die Mischung aus roher Härte, dichten Atmosphären, starken Gast-Features und dieser gnadenlosen “Cold School Death Metal”-DNA zündet zu 666 % und hebt das Album nochmal über den ohnehin schon starken Vorgänger. FROZEN SOUL zementieren mit “No Place of Warmth” ihren Status als eine der heißesten Bands im Death Metal. “No Place of Warmth” ist ein bockstarkes, gnadenloses und absolut überzeugendes Album, das sich die Lorbeeren mehr als verdient hat – und mit so viel Death-Metal-Kälte und Energie aufgeladen ist, dass selbst Supermans Eisfestung damit locker gegen drei Sonnen geschützt wäre.

Tobi Stahl vergibt 9,5 von 10 Punkten