FROZEN CROWN – WINTERBANE

FROZEN CROWN

Titel: WINTERBANE

Label: Scarlet Records

Spieldauer: 54:40 Minuten

Die Italiener FROZEN CROWN machen eine Mischung aus klassischem Heavy und zeitgemäßem Power Metal mit fesselnden weiblichen Vocals. Mit WINTERBANE legt der Fünfer nun bereits seinen dritten Longplayer vor, der insgesamt etwas härter und weniger symphonisch als seine beiden Vorgänger ausfällt und drei neue Bandmitglieder an Gitarre, Bass und Schlagzeug vorstellt. Mit Frontfrau Giada „Jade“ Etro und Gitarrist, Mastermind und Songwriter Federico Mondelli blieben also nur zwei Bandmitglieder an Bord. Und doch produzieren FROZEN CROWN geile Hooks und Ohrwürmer am Fließband. Mit dem Doppelpack ‘Embrace The Night‘ und ‘Towards The Sun‘ ist gleich ein super Einstieg. Die Gruppe rockt pur und heavy los, die Riffs galoppieren und eingängige Refrains und knackige Soli sowie die betörende Stimme begeistern. Das bereits als Teaser veröffentlichte ‘Far Beyond‘ ist dann noch einen Tick eingängiger und verfügt über den ersten hitverdächtigen Chorus der Scheibe. ‘The Lone Stranger‘ nimmt anschließend etwas den Fuß vom Gas und fällt mit etwas nichtssagenden HoHoHo-Passagen und einem (zu) langen Solo qualitativ etwas ab, bevor ‘Crown Eternal‘ für einen weiteren Höhepunkt sorgt. Den Anfang macht ein düsteres Intro mit harten Riffs und einer gesprochenen Passage, ehe sich die glasklaren Vocals, die mich nicht nur einmal an Kimberly Goss (Sinergy) erinnern, mit männlichen Shouts duellieren und gemeinsam mit einem packenden Solo für eine faszinierende Dynamik und einen großartigen Track sorgen.

Bei auffallend vielen Bands hat man das Gefühl, dass ihnen nach etwa der Hälfte des Silberlings so ein wenig die Luft ausgeht. Nicht so bei FROZEN CROWN. Diese legen in punkto Eingängigkeit und Energie noch mindestens 1-2 Schippen drauf und heben sich das Beste gar bis zum Schluss auf. Den Anfang macht dabei das verspielte, leichtfüßige ‚The Water Dancer‘ mit jagenden Keys und Gitarren und dem nächsten Knaller-Chorus. Doch das folgende ‘Angels In Disguise‘ setzt noch einen drauf und glänzt mit melodischen Riffs und Killer-Refrain, den die sensationelle Bridge locker aussticht. Treibende Hooks, breite Vocals und ein gesprochener, eindringlicher Mittelteil charakterisieren das folgende ‘Night Crawler‘. Das ruhige, rein Instrumentale ‘Tales Of The Forest‘ hätte es eher nicht gebraucht, dient aber als willkommene Verschnaufpause vor dem großen, fast neunminütigen Finale ‘Blood On The Snow‘. Bratende Gitarren gepaart mit symphonischen Anteilen, grandiose Soli, ein hymnischer Refrain und tiefe, männliche Growls hinterlassen den Hörer am Ende mit schmerzendem Nacken und offenem Mund. Großartige Platte!

Michael Gaspar vergibt 9 von 10 Punkten