FIVE FINGER DEATH PUNCH – LEGACY

FIVE FINGER DEATH PUNCH

Titel: LEGACY

Label: BETTER NOISE MUSIC

Spieldauer: 36:48 Minuten

VÖ: 31. Juli 2026

FIVE FINGER DEATH PUNCH polarisieren wie kaum eine Band, schon rein stilistisch ein rotes Tuch für puristisch veranlagte Metalfans, aber auch als konservative Truppe mit austauschbarem Sound verschrien. Immer wieder ist sogar von „MAGA-Metal“ die Rede. Am Ende des Tages kann es aber offensichtlich auch nicht schaden, eben gerade nicht Everybody´s Darling zu sein, denn die Combo aus Las Vegas darf auf zwanzig enorm erfolgreiche Jahre Bandgeschichte zurückblicken, was man mit der zweitgeteilten, letztjährigen Best-Of-Zusammenstellung ausführlich tat.

Nun erscheint mit dem den programmatischen Titel “Legacy“ tragenden Dreher das zehnte Studioalbum der Truppe um Gitarrist, Bandchef und Mastermind Zoltán Báthory. Und das mit dem austauschbaren Sound muss man auch ein wenig in Abrede stellen, denn typischer für diese Band und ihre Trademarks könnten neue Tracks wie der eröffnende Titelsong oder der düster-wuchtige Banger `Eye Of The Storm´ kaum sein.

Die Texte mit ihrer oft martialischen Ausdrucksweise bedienen nicht selten das Klischee des unfair behandelten Outlaws, des missverstandenen Rednecks, der entschlossen und furchtlos durchhalten muss (vgl. `Everybody Lies´ inkl. Kinderchor). Dazu kann man stehen wie man will, musikalisch besitzt das Gemenge aus der markanten, kraftstrotzenden Stimme von Sänger Ivan Moody gepaart mit breitbeinigen Riffs, brachial-aggressiven Grooves und beinahe radiotauglichen Melodien dafür maximalen Wiedererkennungswert.

Zudem zieht der Fünfer sein Ding seit zwei Dekaden konsequent, berechenbar und unterhaltsam durch. Und patriotische Waffennarren her, pathetische Trump-Fans hin, der Erfolg gibt ihnen letztlich recht. Dafür stehen typische Stampfer wie die Vorabsingle `De Oppresso Liber´, der treibende Brecher `Joke´s On Me´ und das hymnische `Unscathed´, aber auch eine beeindruckende Ballade wie `In Time´.  Und das in Teilen beinahe epische ‚Nails In The Coffin‘ avancierte zu meinem persönlichen Album-Favoriten.

5FDP beweisen erneut ihr Gespür für einprägsame Melodien, eingängige Gesangslinien und fesselnde Arrangements und verlassen ihre kompositorische Komfortzone wenig bis gar nicht. Dazu kommt die ausgewogene, klare, druckvolle Produktion, die keine Wünsche offenlässt.

Eine ausgewogene Mixtur aus Aggression, Power und Melodie, nicht zu krawallig, aber eben auch zugänglich genug für die breitere Masse. Irgendwie primitiv und heikel, aber eben auch authentisch und unverwechselbar. Wie die prollige Freundin des Kollegen, die man insgeheim eigentlich doch ganz sexy findet.

Jedenfalls haben 5FDP mit “Legacy“ ein packendes, homogenes, musikalisches Geburtstags-Statement, ein überzeugendes hitverdächtiges Modern Metal Album und ihre beste, weil ausgeglichenste und treffsicherste Scheibe seit Längerem vollbracht.

Michael Gaspar vergibt 8,5 von 10 Punkten