FEJD
Titel: NIFELHEIM
Label: Black Lodge Records
Spieldauer: 42:45 Minuten
VÖ: 21. August 2026
FEJD wurden 2001 im schwedischen Lilla Edet (Västra Götaland) gegründet und gingen aus dem Zusammenschluss des Folk-Duos RIMMERFORS mit einigen Mitgliedern der Metal-Band PATHOS hervor. Aus dieser ungewöhnlichen Fusion entstand eine Band, die die Wucht des Metal mit den melodischen und melancholischen Klangwelten nordischer Folkmusik kombiniert und ihre Texte den Mythen, Sagen und der Natur Skandinaviens widmet. Nach den Demos „I en tid som var“ (2002) und „Huldran“ (2004) sowie der EP „Eld“ (2006) erschien 2009 mit „Storm“ das Debütalbum. Es folgten „Eifur“ (2010), „Nagelfar“ (2013) und „Trolldom“ (2016), bevor FEJD mit „Nifelheim“ ihr fünftes Studioalbum veröffentlichen. Bemerkenswert ist dabei die personelle Kontinuität der Band. Auch 25 Jahre nach ihrer Gründung besteht FEJD im Kern noch aus den Musikern, die die Band einst ins Leben riefen: Patrik Rimmerfors (Lead Vocals, Bouzouki), Niklas Rimmerfors (Moraharpa), Lennart Specht (Keyboards), Thomas Antonsson (Bass) und Esko Salow (Schlagzeug). Lediglich Gitarrist Per-Owe Solvelius gehörte zwischenzeitlich zur Besetzung und wird inzwischen als ehemaliges Mitglied geführt.
Mit dem Opener und zugleich ersten Single-Release ‚Nifelheim‘ starten wir unsere Review und öffnen die Welt von FEJD, die auch für den Autor Neuland ist. Die nordische Mythologie beschreibt Nifelheim (auch Niflheim) als ein eisiges Reich der Finsternis und der Toten. Knackige Riffs, schwere Bässe und die Klanggewalt der Folk-Instrumente machen ‚Nifelheim‘ zu einem interessanten und hörenswerten Opener. Auch wenn ich vom Text kein Wort verstehe, gefällt mir der Gesang in der Landessprache. Nicht ganz so düster klingt ‚Nidhögg‘. Nidhögg, Nidhöggr oder Nidhogg ist in der nordischen Mythologie ein schlangenartiger Drache, der am Weltenbaum Yggdrasil lebt und die Toten peinigt – nicht gerade nett von ihm. Der Song hat trotzdem etwas Treibendes und eine gewisse Melancholie.
Nach den siebeneinhalb Minuten von ‚Nidhögg‘ ist ‚Edsvuren‘ etwas kürzer, verspielter und schneller und macht einen „magischen“ Eindruck auf mich. ‚Älvagrimmar‘ hat sehr schöne Passagen ohne Vocals und könnte von Naturgeistern oder Elfen handeln, die aus dem Nebel auftauchen. Der Titel setzt sich aus den schwedischen Wörtern Älva (Elfe) und Grimmar (Masken oder Fratzen) zusammen und beschreibt unheimliche, maskenhafte Elfenwesen. In der schwedischen Folklore verzaubern diese Wesen Menschen und ziehen sie in ihre Welt. ‚Sköldborg‘ hat einige Folkvibes mehr als die Vorgänger. ‚Einar Blå‘ ist komplett instrumental gehalten und rückt die für FEJD typischen Folk-Instrumente in den Mittelpunkt. Dadurch entsteht eine dichte, atmosphärische Melodielandschaft, die den Hörer tief in die nordische Welt eintauchen lässt. In ‚Strilja‘ gehen die Schweden nach Art des Hauses zu Werke und tiefe Trommelschläge leiten das Finale ein, das mit ‚Svarta Tjärn‘ einen Höhepunkt in Sachen Klangwelt und Ohrwurmgesang bekommt.
Nach zehn Jahren ohne neuem Album melden sich FEJD eindrucksvoll zurück und beweisen, dass sie nichts von ihrer Faszination verloren haben. Knackige Riffs, schwere Bässe, die Klanggewalt der Folk-Instrumente und eine dichte, nordisch-mystische Atmosphäre machen „Nifelheim“ zu einem Album, in das man sich während der gut 43 Minuten einfach fallen lassen kann. Einzig der komplett auf Schwedisch gehaltene Gesang dürfte nicht jedermanns Sache sein. Mir gefällt genau das jedoch ausgesprochen gut, weil er die Authentizität der Songs zusätzlich unterstreicht. Ein starkes Folk-Album und ein klasse Neustart nach zehn Jahren, der Lust auf mehr macht.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


