FABIENNE ERNI – STARVEIL

FABIENNE ERNI

Titel: STARVEIL

Label: EIGEN-/DIREKT-/DIGITALVERTRIEB

Spieldauer: 39:21 Minuten

VÖ: 13. März 2026

Die Schweizer Sängerin und Multi-Instrumentalistin FABIENNE ERNI kennt man vor allem durch ihre Arbeit bei den Folk Metallern ELUVEITIE und als Gründungsmitglied der Modern Metal Band ILLUMISHADE. Seit Kindheitstagen begeistert die Künstlerin sich für Musik und Gesang, hat in Kopenhagen Gesangstechniken studiert und einen Masterabschluss in Popmusik an der ZHdK in Zürich absolviert.

Neben einiger Reisen nach Asien hat sie vor allem ihr Jahr im schwedischen Haparanda geprägt und mit der dort geweckten Faszination für Sprache und Land gingen der Kontakt mit der gallischen Sprache, traditionellen Instrumenten und dem keltischen Spirit einher.

Viele weitere musikalische Projekte und Kollaborationen haben ihren musikalischen Horizont erweitert und ihre künstlerische Identität geschärft. Nun schlägt sie ein ganz neues Kapital auf und veröffentlicht ihr erstes Solo-Full-Length-Album “Starveil“. Dieses erscheint als Self-Release und damit unter voller eigener Verantwortung und Kontrolle. Vertrieb und Sondereditionen, darunter limitierte Formate für Sammler:innen, organisiert sie über ihren eigenen Webshop.

Dabei ist “Starveil“ kein Bruch mit ihrer Vergangenheit, sondern eine bewusste Erweiterung ihres künstlerischen Spektrums. Die dreizehn Songs sind als zusammenhängende Einheit mit einer inneren Dramaturgie zu verstehen, verbinden Modern-Metal-Strukturen mit Folk-Elementen, entfalten sich als geschlossenes Konzeptwerk am besten in ihrer Gesamtheit und werden unter anderem durch die Verwendung einer eigens entwickelten Kunstsprache zusammengehalten, die ihnen eine Art rituelle Ebene hinzufügt.

Manchmal bemängele ich ja zu wenig Abwechslung bei einem Album, verlange aber auch eine Art roten Faden, der das Ganze zusammenhält. Bei einem Soloalbum sind dagegen sowohl mehr stilistische Abweichungen als auch musikalische Überraschungen und Experimente „erlaubt“, wovon Erni reichlich Gebrauch macht.

So gibt es ruhigen, melodischen, modernen Metal wie in der Single `Sky´s Breath´, während `Ritual´ mit Gast-Growls von Lena Scissorhands (Infected Rain) ein wenig in Richtung Gothic/Alternativ der Marke Lacuna Coil linst. Es folgen weitere melodische, zeitgemäße Ohrwürmer wie das rhythmische `Stone By Stone´ und das grandiose `Forged In Me´ mit seinem fantatischen Chorus, bevor der packenden Titeltrack wieder mehr in Richtung Folk ausgerichtet ist.

Während das symphonisch-eingängige, stimmungsvolle `Living And The Dead´ auch von Beyond The Black stammen könnte, atmet `Never Let Go´ in Sachen Atmosphäre und Gesang leichte Blackbriar Vibes. Den Abschluss bilden dann einige Stücke, die noch deutlicher in Richtung Celtic/Ritual Folk gehen mit traditionellen Instrumenten, Trommeln und ätherischen Vocals sowie den bereits erwähnten Texten in Fantasiesprache.

Dazwischen stehen immer wieder kurze, teils rein instrumentale Interludes und Überleitungen, die das Ganze ergänzen und zusammenführen, wie beispielsweise ´Shaelun Varythi´ und das wunderschöne `Elren´, das mit seiner Violine zu Beginn die Melodie von `Forged In Me´ wiederaufnimmt.

Mit “Starveil“ stellt FABIENNE ERNI einen abwechslungsreichen, zeitgemäßen und kurzweiligen Silberling auf die Beine, den nicht nur Fans ihrer Hauptband lieben werden. Ebenso meditativ wie spannungsgeladen, kraftvoll und dramatisch und doch verletzlich und kontrolliert, organisch und metallisch, dunkel, beschwörend und atmosphärisch zugleich.

Michael Gaspar vergibt 8,5 von 10 Punkten