ETERNAL EVIL
Titel: FOREVER FEARED
Label: Listenable Records
Spieldauer: 37:25 Minuten
VÖ: 29. Mai 2026
Inspiriert von Thrash-Metal-Größen wie SLAYER, KREATOR, DESTRUCTION, DISSECTION und den frühen Werken von EXODUS wurde ETERNAL EVIL 2019 in Stockholm (Schweden) gegründet. Die Band besteht aus Adrian Tobar (Gesang, Gitarre), Tobias Lindström (Gitarre), Adam Sjö (Bass) und Felix Wahlund (Schlagzeug) und hat sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, das Erbe des frühen, energiegeladenen Classic Thrash Metal weiterzuführen – mit klarer Orientierung an der rohen “Endless Pain”-Ära von KREATOR, also schnell, kompromisslos und ohne Schnörkel. Auf meinem Radar sind ETERNAL EVIL spätestens seit 2023, als ich im Zuge des Releases von “The Gates Beyond Mortality” sowohl ein Interview mit Adrian Tobar führen konnte als auch die Platte selbst auf dem Tisch hatte. Damals fiel mir die Band zudem auf, als IN FLAMES-Frontmann Anders Fridén im Zusammenhang mit dem Dalhalla Brinner Festival über sie sprach – und das durchaus lobend. Dass sich dieser Eindruck bestätigt hat, war schnell klar: Schon im Interview wurde deutlich, wohin die Reise gehen soll – weg von festen Regeln, hin zu einem “gesetzlosen Black Thrashing Mayhem”, wie Adrian es selbst formulierte.
Musikalisch hat sich das genau so gezeigt: “The Gates Beyond Mortality” ist ein kompromissloses Brett aus brachialem Thrash und schön räudigem Black Metal, das einfach ohne Umwege nach vorne geht. Kein unnötiger Schnickschnack, dafür Druck, Tempo, aggressive Riffs und genau dieses rohe Feeling, das live im Pit komplett eskalieren dürfte. Klar, große stilistische Sprünge sucht man hier vergeblich – aber genau das ist ja auch der Punkt. Nach diesem Ausrufezeichen legen die Schweden jetzt mit ihrem dritten Full-Length-Album “Forever Feared” nach. Stillstand? Fehlanzeige. Nach dem Release von “The Gates Beyond Mortality” ging es direkt weiter – Shows, Festivals, immer weiter Gas geben. Support für IN FLAMES im legendären Dalhalla, zwei Abende mit den CAVALERA BROTHERS und ein kompromissloser Abriss beim Sweden Rock Festival – die Jungs haben sich ihren Platz ziemlich schnell erarbeitet.
Mittlerweile hat sich der Name ETERNAL EVIL fest in den Köpfen der skandinavischen Metalheads verankert. Für “Forever Feared” hat die Band all ihre Energie und Hingabe gebündelt und ihren Sound weiter geschärft. Verwurzelt in Thrash und Black Metal verschmelzen ETERNAL EVIL ihre Einflüsse und treiben ihren Sound konsequent weiter, während das Artwork einen sehr persönlichen Kampf widerspiegelt: Schlangen stehen für Leid und Verrat, die würgende Hand für den unbeugsamen Willen, sich durchzusetzen – egal, was kommt. ‘Prelude’ eröffnet als spannendes Intro, leicht symphonisch und klassisch angehaucht, bevor ‘The Darkened Sphere’ direkt mit knackigem Thrash nach Art des Hauses übernimmt und nahtlos an die Energie des Vorgängers anknüpft – genau so darf es weitergehen. Mit ‘A Soul To Cope’ folgt ein echter Neckbreaker of Doom, der bockstarke Gitarren, wuchtige Drums und genau diesen Trademark-Gesang liefert, den Fans feiern. Der Titeltrack ‘Forever Feared’ erinnert stark an 80er-Thrash und trifft damit ziemlich genau die Richtung, in die ETERNAL EVIL wollen, auch wenn der moderne Anteil klar durchscheint. ‘Eyes Of Wrath’ kommt aggro, verdammt schnell und gottlos energiegeladen angepoltert, während ‘Triumph Through Pain’ diese wütende, aggressive Linie konsequent weiterzieht. Mit ‘Stain Of Roses’ gibt es dann eine kleine Verschnaufpause – ein instrumentales Stück, das wieder etwas an das Intro anknüpft, symphonisch stark umgesetzt ist und als kurze Erholungsinsel auf einem ansonsten durchgehend nach vorne preschenden Album funktioniert. Danach wird wieder Stahl gekocht: ‘The Mountain’s Gaze’ und ‘I Know, The Fire Burns Inside’ liefern Thrash-Wucht, wie sie auch aus den Tiefen des Ruhrpotts kommen könnte – Kohle, Stahl und ordentlich Druck, sehr geil.
Für mich ist “Forever Feared” ein klarer Schritt nach vorne: mehr Thrash-Attitüde, deutlich stärkeres Songwriting und insgesamt viel fokussierter als der Vorgänger. Der Black-Metal-Anteil ist spürbar zurückgeschraubt, dafür setzen die symphonischen Momente genau an den richtigen Stellen Akzente und bringen zusätzliche Atmosphäre rein, ohne den Druck rauszunehmen. Man hört einfach, dass die Songs durchdachter sind, besser greifen und mehr hängen bleiben. Das Ding versohlt dir den Arsch, knallt dir direkt an den Kopf und vermöbelt dich wie früher im Jugendzentrum – roh, direkt und ohne großes Drumherum. Gleichzeitig wirkt alles eine Spur reifer, ohne die Kante zu verlieren. Für mich eine klar hörbare Weiterentwicklung und genau die richtige Richtung. Tolle Platte.
Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten


