ESHTADUR
Titel: IN DARKNESS ALL SHADOWS GONE
Label: ROCKSHOTS RECORDS
Spieldauer: 60:51 Minuten
VÖ: 02. Oktober 2026
Seit ihrer Bandgründung 2007 in Kolumbien haben sich ESHTADUR zu einem der aufstrebenden und überzeugendsten Acts des südamerikanischen Extreme Metals gemausert und präsentieren bereits ihr fünftes Studioalbum “In Darkness All Shadows Gone”.
Der Dreher entpuppt sich als voll entwickeltes und ausgereiftes Konzeptalbum inspiriert von Mystik und esoterischer Philosophie, in deren Mittelpunkt die Hauptfigur „The Crow“ als symbolische schamanische Gestalt zwischen Leben, Tod und dem Unbekannten, steht.
In zwölf miteinander verbundenen Kapiteln erforscht man uralte Weisheiten, okkulte Symbolik und die transformative Kraft, sich der eigenen Dunkelheit zu stellen, mit einem vielfältigen, kraftvollen, eigenständigen Soundmix. Schatten und Düsternis soll dabei als Möglichkeit verstanden werden, durch welche die Veränderung hin zu Bewusstsein, Wachstum und Erleuchtung letztendlich erst möglich wird.
Musikalisch ist der packende Extreme Metal der Band im Melodic Death beheimatet, wird jedoch mit Black Metal Intensität, symphonischen Arrangements und orchestralen Texturen, ritualistischen Passagen, Folk-Einflüssen und Tuwinesischem Kehlgesang (traditionelle, mehrtönige Gesangstechnik aus Sibirien/Mongolei), aber auch „herkömmlichen“ Growls angereichert.
ESHTADUR kreieren reiche Klanglandschaften, in denen heavy Gitarren und Aggression sowie Orchestrierungen und musikalische Eleganz friedlich, natürlich und fruchtbar nebeneinander koexistieren und sich zu dynamischen, vielseitigen Kompositionen und sorgfältig ausgearbeiteten Arrangements vereinen. Das ausbalancierte Verhältnis zwischen Power, Härte, Melodie und Atmosphäre führt zu packenden, facettenreichen Songs, die einen zeitgemäßen, kurzweiligen Symphonic Extreme Metal Brocken bilden.
`Into The Woods´ bildet den mystischen Einstieg in die Story, bevor die Vorabauskopplung `August’s Burdens´ memorable Melodien mit Härte und orchestralen Passagen verbindet und ein Gastsolo von Christopher Malmström (Darkane) enthält. Tracks wie `Fire Above Mountain Below´ und `Umbra´ vereinen technische Präzision mit emotionaler Tiefe und musikalischem Drive, während die weitere Single `Omen Of Millennia´ in abwechslungsreicher Art und Weise die Themen Reinkarnation und spirituelles Erbe behandeln. Der Schlusstrack `Soy Real´ bringt das Ganze zu einem eingängigen, triumphalen Schluss, in dem das Selbstbewusste über Angst und Unsicherheit siegt. Meiner Recherche nach handelt es sich bei dem hitverdächtigen Stück um einen Coversong, im Original von den kultigen 1983 gegründeten kolumbianischen Heavy Metallern/Hardrockern KRAKEN.
Die Fertigstellung des Albums erforderte hörbar etliche Jahre Vorbereitungs-, Schreib-, Arrangement- und Studioarbeit, angeführt von Sänger und Gitarrist Jorg August. Die Aufnahmen erfolgten in den RockStar Studios, die Orchesterparts des Caldas Symphonic Orchestra wurden im Batuta’s Theater in Manizales getätigt. Mix und Mastering hat der polnische Engineer Tomasz „Zed“ Zalewski mit Hilfe von Chris Clancy bei ausgewählten Tracks ausgeführt. Weitere Gastbeiträge kommen von Richie Brown (I Am Morbid), Hubert Więcek (Banisher) und Camilo Barbosa, das Drumtracking von Michał Łysejko (Dieth).
Mit “In Darkness All Shadows Gone” sind ESHTADUR im künstlerischen Sinn erwachsen geworden und vereinen künstlerische Ambition, kompositorische Klasse und technischen Anspruch. Ohne ihre Extreme Metal Wurzeln zu ignorieren und Härte und Aggression zu vernachlässigen, erweitert die Band ihren eigenständigen Sound, ohnehin reich an musikalischer Substanz, erzählerischer Tiefe und künstlerischer Identität durch anspruchsvolle Orchestrierungen, mitreißende Melodien und den durchdachten konzeptionellen Rahmen. Das Ergebnis ist ein beeindruckender, mitreißender, ausdrucksstarker, moderner Symphonic Blackened Death Metal Dreher.
Michael Gaspar vergibt 9 von 10 Punkten


