ENTHEOS – EMPTY ON THE INSIDE

ENTHEOS

Titel: EMPTY ON THE INSIDE

Label: METAL BLADE RECORDS

Spieldauer: 40:36 Minuten

VÖ: 23. Oktober 2026

Aufgebaut auf der unverkennbaren Chemie und der kreativen Vision von Frontfrau Chaney Crabb und ihrem musikalischen und Lebenspartner, dem Multi-Instrumentalisten Navene Koperweis treiben die Kalifornier ENTHEOS nun bereits seit einer knappen Dekade ihr metallisches Unwesen und präsentieren ihren vierten Longplayer “Empty on the Inside“.

Sowohl durch die unglaubliche Vokalperformance und unfassbare stimmliche Range der auf Social Media mit One-Take-Performances und Coverversionen zudem sehr aktiven Crabb, als auch durch das innovative Songwriting ohne Rücksicht auf Konventionen und Genregrenzen hat sich das Duo als eine fortschrittliche, kreative Größe im modernen Metal etabliert.

Auf dem neuen Album bilden die beiden Gitarristen Scott Carstairs (Fallujah) und Michael Stancel (Allegeon) sowie der langjährige Freund und ehemalige Bandkollege Evan Brewer die aktuelle Inkarnation der Band, die zehn technisch anspruchsvolle, in Teilen brutale, emotional aufwühlende Tracks vorlegt.

Das Resultat ist ein homogenes, fokussiertes, dynamisches Album, das – so wird es betont – auf dem Teamwork aller fünf Beteiligten basiert und atemberaubende Musikalität, komplexe Songstrukturen und progressive Intensität mit starken Hooks und melodischen Elementen verbindet. Der verfeinerte ENTHEOS Signature Sound bringt technische Meisterschaft und einprägsames Songwriting auf mitreißende Art und Weise zusammen.

Der modern-technische Death Metal, auch schon als Progressive Deathcore bezeichnet, vermengt Aggressivität, wuchtige Riffs und brutale Vocals mit elektronischen Elementen, zerbrechlich-moderaten Passagen und dem ein oder anderen beinahe poppigen und/oder zarten Chorus. Crabbs Vocals bewegen sich von melodischem, gefühlvollem Klargesang bis zu aggressivsten Screams, fiesem Deathcore-Gebrülle und angeschwärztem Gekeife.

Auch und gerade wegen der gesanglichen Variabilität und der progressiven und modernen Elemente kommen mir als Referenz immer wieder die ukrainischen Vertreter JINJER in den Sinn, mit denen die Band passenderweise auch auf Nordamerikatour geht. Das Albumartwork ziert ein unheimliches, vulnerables Foto von Crabb, geschossen von Rachel Craig, welches Trauer und Verzweiflung verkörpert.

„Empty on the Inside“ könnte musikalisch noch etwas abwechslungsreicher sein, ist aber dennoch der nächste Schritt und ein Album, das „in Verwundbarkeit, Transformation und kreativer Einheit verwurzelt ist“ – harter, moderner Todesmetall, intensiv und emotional, mitreißend und authentisch, roh und instinktiv.

Michael Gaspar vergibt 8 von 10 Punkten