EDGE OF SANITY
Titel: CRYPTIC (REMASTER 2026)
Label: Century Media Records
Spieldauer: 79:40 Minuten
VÖ: 03. April 2026
Im Februar 1997 veröffentlichten EDGE OF SANITY das Album “Infernal”. Das damalige EOS-Line-up bestand aus Benny Larsson (Drums), Sami Nerberg (Gitarre), Anders Lindberg (Bass), Andreas Axelson (Gitarre, Vocals) und Dan Swanö (Lead Vocals). “Infernal” war 1997 die sechste Scheibe der Schweden. Swanö komponierte die Hälfte der Songs, spielte bis auf die Drums alles in Eigenregie ein, während der Rest von der noch in der Originalbesetzung bestehenden Gruppe komponiert und aufgenommen wurde – Swanö lieferte hierfür den Gesang, gearbeitet wurde im Abyss Studio von Peter Tägtgren. Im November 1997 erschien “Cryptic”, da war Swanö aber leider nicht mehr an Bord der Death-Metal-Kapelle, die er 2001 auflöste (2003 erschien “Crimson II”, das aber in kompletter Eigenregie entstand). Umso größer ist es dem Schweden anzurechnen, dass er nach fast 30 Jahren EDGE OF SANITYs siebtem Album, welches “Cryptic” ist, auch eine remasterte Fassung spendiert, die den gleichen Umfang wie alle anderen neu aufgelegten EOS-Platten bekommt:
“Cryptic” wird es als LP (dunkelgrünes 180g-Vinyl) und als limitierte Doppel-CD (8 + 10 Bonustracks) mit O-Card geben, und das mit folgender Besetzung:
Sänger Roberth Karlsson (auch PAN.THY.MONIUM, jetzt SCAR SYMMETRY), er “ersetzte” Dan Swanö, Andreas Axelson und Sami Nerberg an den Gitarren, Anders Lindberg am Bass und Benny Larsson hinter den Drums. Hören wir also rein in “Cryptic”, das laut offizieller Info “einen einzigartigen Einblick in die ereignisreiche und zugleich innovative Geschichte von EDGE OF SANITY” ist und weiter verspricht, dass “Fans der ersten Stunde und neue Anhänger die Schweden in einem neuen Licht erleben. Bei ‘Cryptic’ wird jeglicher Rest an Vernunft pulverisiert!” – Go for it!
Mit ‘Hell Written (Remaster 2026)’ panzern die Schweden räudig los, und das in fetter Schweden-Death-Metal-Manier nebst melodischen Elementen im Mittelteil der Nummer. Die roh-keifende Stimme des Roberth Karlsson schrammelt auch in ‘Uncontroll Me (Remaster 2026)’ wuchtig aus den Lautsprechern, während die Instrumentalisten ihre “Werkzeuge” malträtieren – aber vom Feinsten! In ‘No Destiny (Remaster 2026)’ und ‘Demon I (Remaster 2026)’ gehen EDGE OF SANITY melodischer zu Werke, während es in ‘Not of this World (Remaster 2026)’ und später im finalen ‘Bleed You Dry (Remaster 2026)’ wieder voll in die Fresse gibt. Dazwischen liegen die nicht minder intensiven ‘Dead I Walk (Remaster 2026)’ und ‘Born, Breed, Bleeding (Remaster 2026)’, die jedoch eine Spur mehr melodische Anteile bzw. OSDM enthalten und sich unter die Haut grooven.
Die Demo- und Live-Bonus-CD eröffnet mit dem stimmungsvollen Cover von DANZIGs ‘Mother (Remaster 2026)’, in der Remaster-Version noch ein bisschen düsterer, dem wuchtigen ‘Uncontroll Me’ als Alternate-Mix-1997-Version, auch geil geworden, und mit einem weiteren ‘97er-Mix von ‘Demon I’. Roher und mit Underground-Live-Charakter kommen die Aufnahmen aus einem 1999er-Gig in Motala in euren Ohren an – dabei handelt es sich um ein 7-Track-Paket um die Songs ‘Darkday’, ‘Incipience to the Butchery’, ‘Uncontroll Me’, ‘Enigma’, ‘Black Tears’, ‘Twilight’ und ‘Of Darksome Origin’. Ein cooles Live-Package, wie ich finde, das den Charakter der Show und die Atmosphäre der Songs wie ‘Enigma’, dem “ewigen” ‘Black Tears’ und ‘Uncontroll Me’ gut ins heimische Wohnzimmer trägt.
Die Neuauflage von “Cryptic” erweist sich als wuchtiges Gesamtpaket: brachiale Death Metal Monster wie ‘Hell Written’, ‘Uncontroll Me’, ‘Not of this World’ und ‘Bleed You Dry’ im frischen Soundgewand, dazu Roberth Karlssons räudige Vocals, die der Scheibe ihren eigenen Biss verleihen. Die Bonus-CD mit DANZIGs ‘Mother’, den Alternate-Mixes und den rohen Motala-Liveaufnahmen transportiert den ungeschliffenen Spirit dieser Zeit direkt ins Wohnzimmer. Dass Dan Swanö dem Werk nach fast drei Jahrzehnten persönlich ein Remaster verpasst, macht das Ganze endgültig rund. Pflichtstoff für Fans und die perfekte Gelegenheit für Neueinsteiger – denn bei “Cryptic” wird in der Tat der letzte Rest Vernunft pulverisiert.
Vollständige Tracklist “Cryptic (Re-issue)”:
CD 1: Remaster (35:39)
01. Hell Written (Remaster 2026) (04:33)
02. Uncontroll Me (Remaster 2026) (05:53)
03. No Destiny (Remaster 2026) (03:38)
04. Demon I (Remaster 2026) (04:16)
05. Not of this World (Remaster 2026) (03:50)
06. Dead I Walk (Remaster 2026) (03:26)
07. Born, Breed, Bleeding (Remaster 2026) (04:32)
08. Bleed You Dry (Remaster 2026) (05:25)
CD 2: Demo & Live Bonus (44:01)
01. Mother (Remaster 2026) (03:07) *** Danzig Cover Version
02. Uncontroll Me (Alternate Mix 1997) (05:53)
03. Demon I (Alternate Mix 1997) (03:52)
04. Darkday (Live in Motala 1999) (04:13)
05. Incipience to the Butchery (Live in Motala 1999) (01:48)
06. Uncontroll Me (Live in Motala 1999) (05:15)
07. Enigma (Live in Motala 1999) (06:29)
08. Black Tears (Live in Motala 1999) (03:05)
09. Twilight (Live in Motala 1999) (05:36)
10. Of Darksome Origin (Live in Motala 1999) (04:37)
Tobi Stahl vergibt keine Bewertung


