DYECREST
Titel: DEFYING GRAVITY
Label: ART GATES RECORDS
Spieldauer: 42:05 Minuten
VÖ: 24. April 2026
Aus Ristiina, im Süden der ostfinnischen Landschaft Südsavo gelegen, kommt die Melodic Metal Band DYECREST, die außerdem noch Power Metal, traditionellen Heavy Metal und progressive Eimflüsse verbindet.
Formiert hat die Band sich Anfang der 2000er Jahre und bisher vier Longplayer veröffentlicht. Eine einschneidende Veränderung sowie einen künstlerischen Energieschub bedeutet Sängerin Heidi Aaltonen, die nach der Veröffentlichung des starken Vorgängers “Once I Had A Heart” 2023 Mika Salo am Mikro des Sixpacks abgelöst hat, nachdem der langjährige Originalsänger Kimmo Blom tragischerweise bereits 2022 verstorben war.
Der Fokus liegt auf packenden Melodien, ansteckenden Refrains und energetischen Riffs sowie einem ausgewogenen Verhältnis aus Heaviness und Emotion. Dies gelingt zu Beginn des fünften Full-Length Albums “Defying Gravity” in brillanter Manier.
Sowohl der mitreißende Opener `Unravel Me´, als auch die folgenden Tracks, insbesondere das grandiose `The Weight Of The Trigger´ und `Enceladus´ mit seinem Hammerchorus sind frische, eingängige Power Metal Hymnen at its best.
Wenig moderner Zinnober und symphonischer Schnickschnack nur wenn songdienlich und angebracht, über weite Strecken einfach gut gemachter, eingängiger, zeitgemäßer Melodic Metal mit kraftvollen weiblichen Vocals und extrastarken Songs inklusive der eindringlichen Ballade `Safe And Sound´
Auf die gesamte Spieldauer und beginnend mit dem ähnlich ruhig gelagerten, instrumentalen Interlude `The Spark´ ist das Ganze im letzten Albumdrittel leider auch ein wenig vorhersehbar und gleichförmig, unter dem Strich dabei mit den genannten Highlights aber doch ein lohnender Silberling.
Obwohl schon eine Weile im Geschäft, will DYECREST der rechte Durchbruch nicht gelingen, fraglich ob sich das nun im äußerst umkämpften Markt der female fronted Outfits so schnell ändern wird. An “Defying Gravity” wird es jedenfalls am Ende des Tages nicht scheitern, ein Riesenschritt nach vorne ist es allerdings auch nicht. Auch wenn die genannten Glanzlichter eigentlich in jede anständige einschlägige Playlist gehören.
Michael Gaspar vergibt 7,5 von 10 Punkten


