DIRTY SHIRT – DIRTY THIRTY LIVE

DIRTY SHIRT

Titel: DIRTY THIRTY LIVE

Label: Independent

Spieldauer: 119:17 Minuten

VÖ: 18. September 2026

Was macht man bei seinem Geburtstag. Man lässt sich feiern. Man lässt sich beschenken. Oder, in manchem Falle, die Geschenke macht man sich selber. So geschehen bei dem rumänischen Ensemble DIRTY SHIRT. Zum Dreißigsten gibt es sogar zwei Doppelalben. Einmal in Form von einer Best Of unter dem Titel „Dirty Thirty“. Zum Zweiten, dahin ging meine Entscheidung, „Dirty Thirty Live“. 30 Hits im Livegewand.

Und das ist für einen Fan, dazu zähle ich mich in diesem Falle, die absolute Vollbedienung. Es gibt hier kein komplettes Konzert. Hier wurden Aufnahmen zwischen 2017 und 2025 kompiliert. Und das von wirklich renommierten Veranstaltungen. Immerhin hat die Truppe schon Wacken abgeräumt, das Hellfest oder (nicht nur einmal) Pol’and Rock. Dabei klingt das ganze doch ziemlich homogen. Der Verdacht könnte aufkommen, da wurde ein wenig nachgeholfen. Egal, spätestens bei den Gesangseinsätzen des Publikums ist man gefangen.

Womit hat man mit DIRTY SHIRT zu tun? Immerhin sind sie, zumindest hierzulande, eher wenig bekannt, während sie in ihrer rumänischen Heimat riesige Hallen füllen dürfen. Bei der Mischung ist das kein Wunder. In der Wundertüte ist so ziemlich alles drin, was Laune macht. Metal, bis hin zu Death Growls und Thrash Riffs. Ska, Punk und Pop. Und Folk. Noch mal, in großen Lettern FOLK. Da steht dann nicht nur die Band auf der Bühne. Sondern ein halbes Orchester. Sängerinnen für den Background. Dazu eine Reihe, 0der gar mehrere davon, Musiker, die sich um Flötentöne kümmern und auf Fiedeln fiedeln. Sorry für das Wortspiel.

Es reiht sich Partykracher an Partykracher. Der Mosh-Pit in Hochform. ´Fake´, ´Dope-A-Min´, ´Geamparalele´, der Sommerhit ´Hot For Summer´. Die Stimmung ist am Siedepunkt. Selbst eine melancholische Nummer wie ´Când s-o-mpărțit norocu´ wird gnadenlos abgefeiert. Von mir auch. Dabei verstehe ich kein Wort rumänisch.

Die Heimat von DIRTY SHIRT, Transsilvanien, ist historisch gesehen ein Schmelztiegel von Völkern und Sprachen. Rumänen, Ungarn, die Siebenbürger Sachsen, Sinti und Roma. So gibt es neben dem obligatorischen Englisch eben auch Rumänisch und Ungarisch (´Büntető´). Brahms Ungarischer Tanz Nr. 5 kommt zu Ehren. ´Rapapara´, das ist eine fette Papaparty. Also, ab durch die Mitte, hin zur Bandcamp, und „Get your dose now„!

Musik macht glücklich. Dirty Thirty machen glücklich. DIRTY SHIRT machen glücklich!

Mario Wolski vergibt keine Bewertung