DER WEG EINER FREIHEIT – INNERN

DER WEG EINER FREIHEIT

Titel: INNERN

Label: SEASON OF MIST

Spieldauer: 43:08 Minuten

VÖ: 12. September 2025

Ich erinnere mich gerne an die erste Begegnung mit den Würzburger Post Black Metal Legenden von DER WEG EINER FREIHEIT. Sie spielten live im Münchner Feierwerk als Opener für die Abschiedstournee der kanadischen Deathcore Dinosaurier Despised Icon. Das war vor 15 Jahren und heuer legen die Franken ihr bereits sechstes Studioalbum mit dem Tiel „Innern“ auf. Lineup-technisch kommt mit Alan Noruspur ein neuer Bassist mit an Bord. Das Album wurde in Nikita Kamprads Studio in Würzburg aufgenommen, gemixt und gemastert. Lediglich die Drumspuren wurden gesondert aufgenommen.

‚Mater‘ heißt der der erste Song, der wieder sehr deutlich macht, dass sich DWEF in den Jahren ihres Bestehens einen eigen Klangkosmos erschaffen konnten, der nachhaltig ihre eigene Signatur trägt. Opulent und kräftig allerdings ohne orchestralen Schnickschnack dafür mit alles zertrümmernden Blasts und mächtigen beklemmenden Passagen. ‚Xibalba‘ bleibt in ähnlicher Textur, setzt aber noch mehr postig-atmosphärische Momente. Das Anfangsdoppel wird dann nochmal von ‚Eos‘ an Vehemenz übertroffen. Hier fräsen sich Riffs und Blasts durch jegliche Elemente und hinterlassen bestenfalls ein Häufchen Asche. 

Mit ‚Fragment‘ läuten die Würzburger dann den eher atmosphärischen Part von „Innern“ ein. Getragene Passagen, die deutlich die Spannung des vorangegangenen Dreigespanns herausnehmen. Mastermind Nikita Kamprad verharrt im klagenden Klargesang – zumindest die ersten dreieinhalb Minuten. Die Blastbeats stoßen wieder ein Tor zum Schlund des Abgrunds auf bevor ‚Finisterre III‘ als akustisches Zwischenspiel in Form eines Klavierstücks den Abschluss einleitet. ‚Forlorn‘ ist eher ein rockiges Stück Metal – in ausnahmsweise englischer Sprache – das einen wichtigen Beitrag zur Gesamtatmosphäre der Platte leistet. 

Fazit: DER WEG EINER FREIHEIT schaffen mit „Innern“ erneut eine Platte, die den Gegensatz aus harschem Black Metal und atmosphärischen Klängen von Post Metal kombiniert und hochintegriert zu Songs formt. Hier werden die Übergänge so geschaffen, dass alles aus einem Guss kommt und die Kompositionen verlieren nie ihre Authentizität im Hinblick auf künstlerisch hochwertige Ausführung und schöpferischen Anspruch. Auch wenn ich Finisterre von 2017 als das Opus Magnum der Band bezeichnen würde haben sie mit „Innern“ eine großartige Scheibe kreiert. Hut ab!

Ingo Holzhäuser vergibt 9 von 10 Punkten