DEATHORCHESTRA – SYMPHONY OF DEATH

DEATHORCHESTRA

Titel: SYMPHONY OF DEATH

Label: Eigenpressung

Spieldauer: 35:48 Minuten

DEATHORCHESTRA sind eine Russische Metal Band namens BUICIDE, die mit dem OLYMPIC SYMPHONY ORCHESTRA bereits letztes Jahr gemeinsame Sache gemacht haben und im Mai 2019 sozusagenreimagined” Coverversionen der Death Metal Legende schlechthin DEATH, live aufgeführt haben. Aus diesem Auftritt im Opera Concert Club, in Saint Petersburg entstanden einige Videos und ein komplettes Album, das jetzt in Eigenregie veröffentlicht wird. Als bekennender Death-Fan der ersten Stunde, vermute ich natürlich zunächst mal „Gotteslästerung“ wenn jemand Chuck Schuldiners Kompositionen umbaut.

Also erstmal die puren Fakten zu diesem Experiment: Die Vocals wurden für die Show eliminiert und die sieben Songs meist etwas verlangsamt. Das Wichtigste sind natürlich die klassischen Streicher und Blasinstrumente, die hinzugefügt wurden, um die meist progressiven DEATH-Songs in ein neues Gewandt zu verpacken. So hat es aus den frühen DEATH Jahre lediglich der “Leprosy“ Hammer ‘Pull The Plug“ auf die Bühne geschafft. Der Schwerpunkt liegt also definitiv auf den späteren komplexen Tracks der nach-“Human“ Ära. Die komplexen Tech-DEATH Songs wie ‘Zero Tolerance‘, ‘Scavenger of Human Sorrow‘ oder auch ‘Crystal Mountain‘ eignen sich zugegebenermaßen nun mal auch entschieden besser als  beispielsweise mein geliebtes ‘Evil Dead‘ um ein Orchester sinnvoll zu beschäftigen. Für Death Metal Fans sei daran erinnert, dass auch in späteren Jahren Blast-Beat Teile und Brutalität in den Songs vorhanden waren, nur halt nicht mehr alles ständig dominierten. So natürlich auch in den Orchesterversionen, bei denen die Gitarren und Drums „Gott sei Dank“ häufig im Vordergrund stehen und von der Klassikfraktion unterstützt oder akzentuiert werden. Aber auch rein vom Orechster getragene Parts, wie beispielsweise das Geigenintro zu ‘Destiny’ sind mitunter extrem stimmungsvoll. Viele Songteile funktionieren tadellos in dieser Mischung und wirken manchmal fast bombastisch und  straighte „Ballerparts“ steigern sich in eine enorm dichte Soundwand. Wobei mich der ein oder andere Ton eines Blasinstruments aber zwischendurch immer mal wieder aufschrecken lässt und mir den Spaß vermiest. Klar ist auch, dass die rohen Vocals von Chuck natürlich schmerzlich vermisst werden und sich nicht wirklich alles gut umsetzen lässt, denn die DEATH Songs wurden dafür nicht geschrieben. (Im Gegensatz zum perfekt gemachten “Requiem“ von Triptykon, das stilistisch noch am ehesten vergleichbar scheint)

Als Fazit bleibt: “Symphony of Death“ ist ein interessantes Experiment, das erfolgreich völlig gegensätzliche Musikrichtungen vereint und sich auf seine Weise vor dem Lebenswerk von Chuck verneigt. Nur etwas für Open Minded Death Fans.

Hörproben für Neugierige gibt es hier ‚Spirit Crusher‘ und ‚Voice Of The Soul’ als Videos.

Sven Bernhardt vergibt keine Bewertung