DAWN OF SOLACE – AFFLICTION VORTEX

DAWN OF SOLACE

Titel: AFFLICTION VORTEX

Label: NOBLE DEMON

Spieldauer: 39:18 Minuten

VÖ: 14. Februar 2025

Die Überlieferung berichtet, das Before the Dawn und Wolfheart Mastermind Tuomas Saukkonen nach der Entstehung des dritten Before the Dawn Albums “The Ghost“ (2005) mehr als dreißig fertig geschriebene Songs übrighatte, von denen ein Teil langsamer, melodischer und düsterer als das gewohnte Material war: DAWN OF SOLACE waren geboren!

Gemeinsamt mit dem zweiten Vokalisten Mikko Heikkilä startete der Finne das Side-Projekt und so brachte das Duo bisher drei Studioscheiben auf den Markt, auf den nun der vierte Streich “Affliction Vortex“ folgt, auf dem Saukkonen erneut bis auf die von Saku Moilanen gespielten Keys sämtliche Instrumente übernimmt.

An das kurze geheimnisvoll-elektronische Intro `Inception´ schließen sich acht weitere Tracks zwischen (Melodic) Death, Doom und Gothic Metal an. Das in weiten Teilen ruhig fließende Wechselspiel zwischen den melodischen Vocals Heikkiläs und den packenden Growls des Bandleaders sorgt für Abwechslung, Dynamik und Gänsehaut, vor allem bei den nicht wenigen gemeinsamen Passagen.

Dabei schlägt das Pendel manchmal mehr in Richtung Melodie und Gothic Vibes aus, wie beispielsweise beim grandiosen ´Viral´, das mit seinen beinahe progressiven Passagen und wegen der ähnlichen Stimmfarbe irgendwie an Soen erinnert. Dagegen weist unter anderem das rifflastige `Perennial´ eine stärkere (Melodic) Death Schlagseite auf und bereitet den Hörer damit auf den abschließenden Melancholie-Brocken `Mother Earth´ vor.

Als weitere richtungsweisende Tracks und Anspieltipps muss man die Vorabauskopplungen `Inception´, das mit seinem großartigen Chorus beinahe schon eingängige `Fortress´ und das erst ätherische, dann heavy `Invitation´ nennen.

Überzeugendes, atmosphärisches Album und die musikalische Verkörperung der finnischen Melancholie, zugleich wunderschön und mit großer Intensität vorgetragen sowie vor allem eine Platte für die dunklen, nebligen Tage wie wir sie in diesem Winter wahrlich zur Genüge hatten.

Michael Gaspar vergibt 8 von 10 Punkten