DAWN OF DESTINY – ASHES OVER TOMORROW

DAWN OF DESTINY

Titel: ASHES OVER TOMORROW

Label: EL PUERTO RECORDS

Spieldauer: 66:39 Minuten

VÖ: 30. Oktober 2026

Die Symphonic Power Metaller DAWN OF DESTINY aus Bochum setzen mit ihrer neuen Scheibe “Ashes Over Tomorrow“ einen echten Meilenstein in ihrer Bandgeschichte: das zehnte Studioalbum des Sixpacks um die beiden Vokalisten Jeanette Scherff und Jens Faber.

Wenn ich richtig informiert bin, sind mit Gitarrist Veith Offenbächer sowie Keyboarder Dirk Raczkiewicz zwei weitere Gründungsmitglieder auch nach mehr als zwei Dekaden noch bzw. wieder mit an Bord. Bassist Micha Marquardt und Philipp Bock an den Drums komplettieren das aktuelle Lineup, welches zwölf brandneue Songs sowie zwei CD-Bonustracks vorstellt, auf die die Hörer der digitalen Plattformen noch etwas länger warten müssen.

Wie schon auf dem großartigen Vorgänger “IX“ verbindet die Truppe Elemente aus Power, Symphonic, Gothic und Heavy sowie einem Spritzer Death Metal zu bombastischen, abwechslungsreichen Kompositionen. Neben dem vielseitigen, griffigen Songwriting mit wunderschönen Melodien, wuchtigen Riffs und einnehmenden Refrains fällt vor allem die konsequente Weiterentwicklung und Perfektionierung des zweistimmigen Frontgesangs ins Gewicht. DAWN OF DESTINY schaffen es, nicht wie eine Band mit zwei Sängern oder gar wie ein Duett zu klingen, sondern das Ganze so selbstverständlich, natürlich und organisch umzusetzen, dass es sich beinahe, wie ein Lebewesen anhört, dass von Natur aus über mehrere Stimmlagen und -farben verfügt.

Dabei kommen vereinzelt auch hohe Screams und/oder bedrohliche Growls zum Einsatz, aber immer sehr dosiert und songdienlich, was das Ganze sehr homogen und vielseitig ausfallen lässt. Und als wäre dem nicht genug, haben sich zur musikalischen Jubiläumsparty auch noch zwei hochkarätige Gäste angekündigt. Denn Ralf Scheepers (Primal Fear) drückt `Above The Noise´ seinen unverwechselbaren gesanglichen Stempel auf, während Fabio Lione (Rhapsody Of Fire) die Single `Chasing Dreams´ mit seinem Beitrag zu einem weiteren Highlight der Scheibe macht.

Metallische Klänge, schneller Power Metal, bombastische Arrangements sowie ruhigere Passagen und packende Balladen (`Leave Me Now´) geben sich die Klinke in die Hand und erreichen ein grandioses Niveau, das leider nicht ganz über die gesamte Spielzeit gehalten werden kann. Teilweise bekommt man im letzten Teil des Albums das Gefühl, hier wurde zu viel gewollt, und in Sachen Pathos und Vielseitigkeit minimal übertrieben, was ein wenig zu Lasten der Songdienlichkeit geht. Auch die beiden Bonustracks `Death Wears A Human Face´ und `In Vain´ fallen da ein wenig ab, so dass das Vorgängeralbum für mich ein klein wenig die Nase vorne hat.

Unter dem Strich aber eine weitere moderne, dynamische, kreative, kraftvolle Scheibe von einer Band, die weit mehr Aufmerksamkeit und Bekanntheit verdient hätte. Eine in großen Teilen begeisternde Platte mit Lyrics über „Depressionen, Beziehungsstreit, die Apokalypse, Maskierung, Verstecken eigener Gefühle und Flucht vor der Realität“ sowie ausdrucksstarker, kurzweiliger Symphonic Power Metal mit Atmosphäre, Tiefgang und Musikalität fernab aller Klischees.

Michael Gaspar vergibt 8,5 von 10 Punkten