DARKTHRONE
Titel: PRE-HISTORIC METAL
Label: PEACEVILLE RECORDS
Spieldauer: 41:07 Minuten
VÖ: 08. Mai 2026
Misten DARKTHRONE jetzt den Kuhstall in Leder und Nieten aus? Oder treiben sie als prähistorische Metaller ihre Dinosaurierherde vor sich her? Wie auch immer, auf Album Nummer Drölfundzwanzig (Nummer 22 dürfte es sein…) zeigt sich die norwegische Legende mal wieder von ihrer besten Seite. Nein, ein Rückfall in selige Black Metal Zeiten darf man nicht erwarten, aber die kauzige Seite der Herren Fenriz und Nocturno Culto hat ja auch ihre tollen Facetten.
Und überhaupt haben DARKTHRONE ja neben Old School Death Metal, (Trve!!!) Norwegian Black Metal, Black Punk, Occult Black Punk Metal und was weiß ich noch alles schon alles mögliche durch. Okkult war das auch immer und „Pre-Historic Metal“ setzt vielleicht dort an wo sie vor sieben Jahren angesetzt haben aber bis zur neuen Platte ein wenig gescheitert sind. Old Star war die Langeweile in Tüten, die drei Scheiben danach quasi drei Seiten einer etwas spröden Medaille, aber der letzte Schliff, die eine Melodie und die letzten verschrobenen Riffs haben ihnen irgendwie gefehlt zu einem Klassiker.
Doch nun der Reihe nach. ‚They found one of my graves‘ eröffnet mit dem was mir am klassischen Heavy Metal so oft fehlt: Richtig geile Stahlgitarren, schrubbend im Moll. Da kommt mehr Druck als manche Jungfrauen mit drei hochbezahlten Gitarristen zu erzeugen vermögen. Aber da ist ja alles nur billiges Eisen von der Insel und kein schwarzer Stahl wie bei den Norwegern. Nocturno und Fenriz schaffen eine dunkle und stellenweise sogar spacige Stimmung, komplett im Gewand eingebettet ist Heavy und Doom Metal vom alten Schlag. Der Titeltrack bringt das kauzige Chaosmoment zurück, mit rumpelenden Passagen und Gesangslagenexperimenten. ‚Siberian Thaw‘ ist eine dunkel-epische Walze, hier kommen Eternal Hails… Reminiszenzen mitgeflogen.
Inspiriert von alten Sounds setzen DARKTHRONE ihre Reise fort. Die Celtic Frost Anleihen sind auffallend fast verschwunden, es herrscht mehr Heavy Metal in klassischer und dommiger Variante. Stellenweise ebenso psychedelisch und experimentell als wären einzelne Parts erst als Jam Session im Studio entstanden. Spontanität eingehüllt im Mantel der guten alten Zeiten. ‚Deeply rooted‘ bietet wieder schöne Stahlgitarren bevor ein Instrumentalstück ein wenig Auflockerung beschert. ‚Eat Eat Eat your Pride‘ überrascht mit dominanten Basslinien und erinnert von der Stimmung an The Underground Resistance. Das Fortsetzungsstück ‚Eon 4‘ ist die dritte Ableitung aus dem Song Eon von der Soulside Journey und schließt die Scheibe mit einem schweren Track voller Stahlgitarren.
Was bleibt zu sagen? Wahrscheinlich die beste DARKTHRONE Platte seit Arctic Thunder. Ein grobes Heavy Doom Brett ohne irgendwelche Happy Metal Avancen oder modernen Bullshit. Ehrlich, heavy, okkult – simply DARKTHRONE.
Ingo Holzhäuser vergibt 9 von 10 Punkten


