CRIMSON GLORY – CHASING THE HYDRA

Crimson Glory - Chasing The Hydra

CRIMSON GLORY

Titel: CHASING THE HYDRA

Label: BraveWords Records

Spieldauer: 47:39 Minuten

VÖ: 17. April 2026

Yes! Rund 37 Jahre nach ihrem Meisterwerk „Transcendence“ wagen sich die 2023 reformierten Kult-US-Metaller CRIMSON GLORY mit „Chasing The Hydra“ das erste Mal seit 26 Jahren auch wieder an die Veröffentlichungsfront. Da werden mir gleich Erinnerungen an das tolle Sortilege-Comeback-Album wach…

CRIMSON GLORY

Über die beiden mittelprächtigen und weitgehend zurecht ignorierten 90er-Alben der Band decken wir gleich mal den Mantel des Schweigens. Klar ist, dass hier immer nur die beiden Göttergaben „Crimson Glory“ (1986) „Transcendence“ (1988) als Maßstab zählen können und werden – die für viele Fans auf einer Qualitätsstufe mit den tollen Queensryche-Frühwerken stehen.

Und nach zahlreichen abgefeierten Reunion-Gigs auf Festivals wie dem Keep It True, Up The Hammers, Rock Hard, Sweden Rock, Hells Heroes oder Courts of Chaos hat die Band um die drei Urmitglieder Ben Jackson (Gitarre), Jeff Lords (Bass) und Dana Burnell (Drums) mit ihrem neuen charismatischen Sänger Travis Wills die Erwartungshaltung aller Fans doch ziemlich in die Höhe geschraubt.

Denn Travis Wills kommt mit seiner Stimme zwar nicht ganz an die Magie des 2009 verstorbenen Originalsängers und Goldkehlchens Midnight ran, liefert aber live – als auch jetzt auf vorliegender Platte – eine lupenreine Performance ab. Mir fallen ad-hoc eigentlich nur Größen wie Geoff Tate oder Harry Conklin ein, die diesen Job vielleicht (!) geringfügig besser hätten machen können…

CHASING THE HYDRA

Mit dem kraftvollen, leicht progressiven ‚Redden The Sun‘ und dem hymnisch-speedigen Titelsong ‚Chasing The Hydra‚ eröffnen CRIMSON GLORY ihr Album schon mal mit einer heftigen US-Powermetal-Schlagseite, die mich gerne auch mal an Vicious Rumors, Helstar oder Jag Panzer erinnert. Einstand nach Maß.

Etwas epischer und getragener wird es bei den folgenden beiden Sechsminütern ‚Broken Together‘ und ‚Angel In My Nightmare‚. Absolut starke Songs mit einigen balladesken und progressiven Einsprengeln – so ein richtiger AHA-Effekt wie einst z. B. bei ‚In Dark Places‘ oder ‚Burning Bridges‘ bleibt bei mir aber aus.

Richtig Spaß machen mir danach aber der majestätische Stampfer ‚Indelible Ashes‘, die spannenden, mit dezenten Keyboards untermalten ‚Beyond The Unknown‘ und ‚Pearls Of Dust‘ sowie ‚Armor Against Fate‘ und der mit jedem Durchlauf wachsende Closer ‚Triskaideka‘. Einfach grandioser, origineller und leicht progressiver US-Metal.

FAZIT

Meine Meinung: Wäre „Chasing The Hydra“ Anfang der 90er als direkter Nachfolger von „Crimson Glory“ und „Transcendence“ veröffentlicht worden, würde es heutzutage wohl ähnlich als „später US-Metal Klassiker“ gehandelt wie z. B. „Welcome To The Ball“ von Vicious Rumors oder „The Human Factor“ von Metal Church. Sofort ins Ohr gehenden Ohrwürmer im Queensryche-Format haben CRIMSON GLORY schon damals nur selten abgeliefert – im direkten Vergleich mit deren letzten hochklassigen Outputs gewinnt „Chasing The Hydra“ aber tatsächlich klar die Oberhand.

Ergo ein saustarkes Comeback, das erwartungsgemäß zwar nicht ganz an alte Glanztaten anschließen, songtechnisch als auch produktionstechnisch aber absolut überzeugen kann und damit auch endlich wieder in der Champions League des progressiv-melodischen US-Metals mitspielt.

Joe Nollek vergibt 8 von 10 Punkten