CORELEONI
Titel: GENERECTION
Label: Reigning Phoenix Music
Spieldauer: 42:17 Minuten
VÖ: 11. September 2026
Mit ihrem vierten Album sind CORELEONI an dem Punkt, von dem ich sage, sie haben sich von Leos erster Band Gotthard ein großes Stück weit emanzipiert. Der Albumtitel ist kein Greatest Hit mehr und auch kein römisches Zahlzeichen. Und musikalisch erst recht. Leo Leoni und seine Gang lassen es mal so richtig fett krachen. „Generection“ kommt mir gar härter und ruppiger vor als die ersten drei Gotthard.
Allein wie Song Nummer zwei aus den Boxen drückt. ´Generation Rock´ kommt mit einem dermaßen fetten Riff, dazu Eugent Bushpepas fieses Lachen. Solch Musik hätte ich mir damals anstelle von „Homerun“ gewünscht. Auch wenn das damals ein schönes Melodic Rock Album war, aber irgendwie nicht Gotthard. Festhalten möchte ich auch, dass Eugent für mich der beste Sänger seit dem Verlust von Steve Lee in Diensten von Leo Leoni ist. Er singt genauso kraftvoll und hat einen ähnlichen Sinn melodisch zu fesseln. Da kann Ronnie Romero bei weitem nicht mithalten.
Das schwere Riff (und vor allem der BASS) von ´Howling At The Moon´ läßt mich automatisch die Rübe schütteln. Das ist spätestens zum Solo fast schon schwermetallisch. Danach klingt ´Sex On The Beach´ fast schon locker luftig. Und macht Lust auf selbige Betätigung. Leider hat es hier daheim keinen Strand. Dann gibt es halt als Ersatz das Getränk. Auch wenn das Piano anderes behauptet, ´Believe´ ist keine Ballade. Trotzdem glänzt der Refrain mit einer wunderbaren Melodie.
´Vision´ stammt von Gotthards 1998er Album „Open“. Meine Fresse, die Nummer hat man aber völlig umgestrickt. Ich habe es beim ersten Durchlauf gar nicht gemerkt, dass Leo hier einen seiner alten Songs völlig de- und rekonstruiert hat. Da ist neuerdings eine beeindruckende Tiefe und Schwere drin. Das ist wahrlich ein Homerun. Auch die weiteren Stücke rocken. Der Verzicht auf eine Schnulze fällt erst beim zweiten Durchlauf wirklich auf. Wobei, das beschwingte ´Yearning´ kommt dem am nächsten.
Wirklich beschwingt auch der digitale Bonustrack, der weder auf CD noch auf Vinyl zu finden ist. Und das finde ich ausgesprochen schade. Denn die ´Lady Marmalade´ ist ein fescher Rocker geworden. Die Nummer steht für mich in einer Reihe mit früheren gelungenen Covers wie die ´Mighty Quinn´. „Generection“ ist für mich jetzt schon eines der Hard Rock Alben des Jahres. Weil man die Wurzeln Leos erkennt. Doch Leo geht weiter, bleibt nicht stehen. Er toppt damit meilenweit das letzte Release von Gotthard.
Die CD-Version enthält mit einem „Live At Hallenstadion Zürich„, das bisher nur digital erhältlich war, noch eine Bonus-Scheibe.
Mario Wolski vergibt 9 von 10 Punkten


