CHAOS INSIGNIA – CROWN OF THE INFERNAL CODE

CHAOS INSIGNIA

Titel: CROWN OF THE INFERNAL CODE

Label: Fetzner Death Records

Spieldauer: 35:48 Minuten

VÖ: 08. Mai 2026

Aus Rumänien kommt die Bestial-Black/Death-Metal-Kampftruppe CHAOS INSIGNIA, und die hat ihr Debütalbum “Crown of the Infernal Code” im schwarzen Koffer dabei. Verwurzelt im rohen Wahnsinn des klassischen War Metals, aber mit moderner Präzision und Atmosphäre aufgezogen, ballert die Band eine Mischung aus brutaler Black-Metal-Raserei und drückender Death-Metal-Wucht durch die Boxen – heißt es im Info Sheet, ich bin gespannt. Inhaltlich geht’s düster und abgefahren zur Sache: Technologischer Okkultismus, apokalyptische Visionen und infernale Hingabe treffen hier aufeinander und werden in zehn Songs als “Hassfetzen aus einem Guss” in die Gehörgänge geballert. Besonders auffällig: Jeder Track kommt mit einem eigenen Gastvocalist daher, darunter Szene-Namen wie Themgoroth, Narqath (AZAGHAL), Morean (DARK FORTRESS) oder Paul Tucker (SATHANAS), die dem Album zusätzlich eine böse Vielfalt verpassen. Das Stammgespann umfasst Insinerator (Vocals), Brain Scorcher (Lead Guitar, Backing Vocals), Goat Ravisher (Rhythm Guitar, Bass, Backing Vocals) und Nuclear SawRipper (Drums) – illustre Namen für ein bestialisches Feuerwerk? Wir werden sehen.

Die komplette Mucke stammt aus der Feder von Goat Ravisher, Leads und Soli steuerte Brain Scorcher bei, während die Lyrics größtenteils von Insinerator kommen (Track 3 von Crypt Dweller). Die Drums wurden im ZTN Studio in Timișoara aufgenommen, Gitarren und Backing Vocals von Goat Ravisher eingespielt und die Hauptvocals von Insinerator aufgenommen.

Los geht’s mit ‘Oblivion Forge Defiler’, in dem der bestialische Teil wohl die Vocals betrifft, denn hier gibt’s gutturalen Gesang aus dem tiefen Schlund der Hölle, der auch ohne Lyric Sheet schwer zu verstehen ist. Geranzt nach Art des Hauses wird auch in ‘Throne of Circuitfire’, mit den bereits bekannten Vocals plus ein bisschen räudigem Gefauche. Im doomig-bösen ‘Molten Crusade’ ist Themgoroth dabei, die Nummer wirkt ein bisschen futuristisch und hebt sich genauso ab wie ‘Dark Gate Opened’ mit seinen orientalischen Vibes und dem Feature von Paul Tucker. Mit nur 60 Sekunden ist ‘Mantra for Al-Zerath’ wohl das Intro für ‘Profane Firmware’, das mir teilweise zu wild und bestialisch ist und nicht weiß, was es sein möchte. Ähnlich ist die Sache auch bei ‘Codecrucifixion’ und ‘Ceremonial Extraction’ – wobei hier die – erneut gut eingebauten – Oriental-Vibes den Song ein bisschen retten. Abgespaced ist ‘Primordial Data Ascension’ als 60-Sekunden-Quickie, und nach ‘Acid upon the Massgrave’ hat die Bestien-Todesstahl-Platte ausgebrüllt.

“Crown of the Infernal Code” ist ein Album mit guten Ansätzen, starken Ideen und vor allem richtig interessanten Gastbeiträgen, die dem Ganzen immer wieder frische Impulse geben. Gerade die dichte, teils richtig starke Atmosphäre und die orientalisch angehauchten Death-Metal-Vibes zeigen, welches Potenzial in CHAOS INSIGNIA steckt. Auf der anderen Seite ist der Gesang für meinen Geschmack oft zu unverständlich, und die Vielzahl an Einflüssen sorgt dafür, dass die Platte stellenweise nicht genau weiß, was sie eigentlich sein möchte. Hier würde ein klarerer Fokus – etwa auf die starken orientalischen Elemente – deutlich mehr Wucht und Wiedererkennungswert bringen. Unterm Strich bleibt ein interessantes, aber noch nicht ausgereiftes Debüt mit hörbarem Potenzial. Wenn CHAOS INSIGNIA ihren Sound künftig gezielter bündeln, kann da richtig was gehen. Für offene Ohren definitiv einen Durchlauf wert.

Tobi Stahl vergibt 7 von 10 Punkten