CARMERIA – EX CATHEDRA

CARMERIA

Titel: EX CATHEDRA

Label: INDEPENDENT RELEASE

Spieldauer: 38:35 Minuten

VÖ: 30. Oktober 2026

Von den Blue Mountains in New South Wales (Australien) stammen CARMERIA, die ihr drittes Studioalbum “Ex Cathedra“ veröffentlichen. Sie vereinen Symphonic Metal, Gothic Rock und Melodic Rock zu sehr eingängigen, fluffigen, atmosphärischen Tracks.

Die introspektiven, düsteren Lyrics beleuchten Themen wie Trauer, Schuld, Verrat, Hilflosigkeit und Isolation aus verschiedenen Perspektiven, wobei die Songs zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit und einem Aufbau von Resilienz beitragen sollen, und stehen im Kontrast zur beinahe fröhlichen musikalischen Umsetzung. Diesen Gegensatz zwischen dem energetischen, melodischen, aufbauenden Songwriting und den düsteren Inhalten umschreibt Sänger, Songwriter und Produzent Jordan von Grae als “Misery You Can Dance To”.

Wie gewohnt stellen CARMERIA auch ihre neue Scheibe unter ein thematisches Motto: „The deeper that sorrow carves into your being, the more joy you can contain.” –  ein Zitat des libanesisch-amerikanischen Dichters, Philosophen, Malers und Essayisten Khalil Gibran.

Dabei kann man Grae, der auch für Texte, Arrangements, Produktion und das Mixing des Albums sowie Gesang, Harmonien und Chöre sowie Programming für Keyboards, Synthesizer, Orchester und Schlagzeug verantwortlich zeichnet ein hervorragendes Händchen für griffiges Songwriting und die gekonnte technische Umsetzung wahrlich nicht absprechen.

Auf die orchestrale “Ex Cathedra” Einleitung folgen neun Tracks, deren Cremigkeit, Theatralik und Eingängigkeit man sich kaum entziehen kann. Allzu viel Wucht oder gar harte Gitarren darf man allerdings nicht erwarten, manches driftet gar ins Poppige und alles ist blitzeblank produziert. Doch die ausgereifte und durchdachte inhaltliche Umsetzung beeindruckt mich. Der Ohrwurm `A Rose Divine´ enthält als einziges Stück der Platte harsche Vocals, die Ballade `Embrace the Moon´ ist eine Ode an die Ehefrau des Masterminds, Angharad “Anni” von Grae. Der Track ist ebenfalls Teil einer Song-Trilogie. Die Single `Lost in the Snow´ (2025) war Graes erster Tochter gewidmet, während das musikalisch ähnlich gelagerte Stück für die zweite Tochter, mit der Anni momentan schwanger ist, noch aussteht.

Das hymnische `Shadows in the Sunlight´ feiert die CARMERIA Community, mahnt Einigkeit und Zusammenhalt in schwierigen Situationen an und beinhaltet Gastvocals von Graes Schwester Holly Hare. Der Albumcloser `Echoes of the Dream´ wird durch die kanadische Gastsängerin Lindsay Schoolcraft und seine Pianokomposition besonders und ist als Dialog zwischen einem Individuum und einem verstorbenen Angehörigen konzipiert.

So hat jedes Stück seine tiefere Bedeutung und der Ansatz, aus Kameradschaft und Gemeinschaft Kraft für herausfordernde Zeiten zu schöpfen, zieht sich als roter Faden durch die Scheibe. Als weiteres Beispiel mag hier `Unto the Dawn´, die zweite Single dienen, welche einerseits davon handelt, einem engen Freund durch eine schwere Zeit zu helfen, andererseits von den Fans der Band handelt, die von ihren Erlebnissen berichten, in denen sie die Musik von CARMERIA durch schwierige Phasen ihres Lebens hilfreich und aufbauend begleitet hat.

`Caelira´ ist ein weiterer einnehmender, griffiger Ohrenschmeichler, man stelle sich eine Mischung aus HIM und Ghost mit beinahe poppigem Chorus vor. Am Ende des Tages ein homogenes, kurzweiliges Album mit memorablem Songwriting und voller emotionaler, direkter Lyrics, theatralischer Arrangements, intensiven Stimmungen und packendem, melodischen Storytelling.

Michael Gaspar vergibt 7,5 von 10 Punkten