CADAVER – EDDER & BILE

CADAVER

Titel: EDDER & BILE

Label: NUCLEAR BLAST

Spieldauer: 31:26 Minuten

Edder, das kleine norwegische Mädchen will bile (spielen)? Kindersprache ist mir zuerst bei CADAVERs Plattentitel in den Kopf geschossen. Beim Anblick des Covers sowie beim ersten Hören war dann aber nur noch der urtümliche Death/Extreme Metal von Norwegens Todesblei Institution in meinem Kopf. CADAVER waren eine der ersten Death Metal Bands aus dem sonst durch den Black Metal geprägten skandinavischen Land und haben schon einige Turbulenzen in ihrer Karriere (u.a. Auflösung, Namenswechsel) hinter sich. Umso erfreulicher ist es zu hören, dass man sich hier mit einem starken Album zurückmelden kann. Das habe ich mir auch bei der aktuellen Scheibe von MORTA SKULD so gedacht, denn deren neues Album ist auch nicht von schlechten Eltern.
Zu hören gibt es Buschtrommel Snareblasts von Drum-(Un)Tier und Livesession Tausendsassa Dirk Verbeuren, schneidende Gitarren und das eher heiser-kehlige Gegrunze von Anders Odden. Ohne große Schnörkel oder Vorspiele zocken CADAVER ihre Songs größtenteils in Highspeed runter. Als illustre Gastunterstützung hat man sich durch Jeff Beccara ( POSSESSED) auf „Circle of Morbidity“ und Mister Death Grunts Kam Lee (u.a. MASSACRE, BONE GNAWER) auf „Feed the Pigs“ auf die Scheibe mit eingeladen. Besondere Ausreißer gibt es nicht zu vermelden. Die zehn Tracks werden auf gutem Niveau präsentiert und sind in weniger als 32 Minuten sauber runtergezockt. Bei „Deathmachine“ wird nach einem recht gnadenlosen Einstieg ab Mitte des Songs ein recht blackmetallisch-norwegische Stimmung hergestellt. Hat mich teilweise an SATYRICON erinnert. Insgesamt zeigen sich CADAVER auf „Edder & Bile“ (heißt soviel wie Gift und Galle) doch recht modern, Old School würde ich hier nicht als Prädikät verteilen wollen. Das Album schließt mit dem längsten Track „Let me mourn“, einer langsamen Walze, die nochmal richtig die Garstigkeit der Scheibe zeigt und mit einem Blastbeat-Massaker endet.

Fazit: CADAVER sind zurück. Mit einer recht krassen und kurzweiligen Scheibe. An den Black Metal/Grind/Industrial Ausflug „Discipline“ als CADAVER INC. kommt „Edder & Bile“ allerdings nicht ran.

Ingo Holzhäuser vergibt 8 von 10 Punkten