AXEL RUDI PELL
Titel: GHOST TOWN
Label: STEAMHAMMER
Spieldauer: 55:54 Minuten
VÖ: 20. März 2026
Wo der Name des Bochumer Gitarristen, Komponisten und Bandleaders draufsteht, da ist auch AXEL RUDI PELL drin, also seine charakteristische Handschrift aus kraftvollen Gitarrenriffs und eingängigen Melodien, ein zeitloses Erfolgsrezept, zu dem auch seine Band maßgeblich beiträgt.
Als da wären: der amerikanische Sänger Johnny Gioeli, Ex- Rainbow-Drummer Bobby Rondinelli, Bassist Volker Krawczak und Keyboarder Ferdy Doernberg. Und nach mehr als 35 Jahren präsentiert der Mastermind auch mit seinem fünfzehnten Studioeisen “Ghost Town“ gewohnte Klasse, raffinierte Überraschungen und bemerkenswerte Kooperationen, aber offenbart auch einige Schwachstellen.
So gibt es unter den abzüglich Intro zehn neuen Songs beispielsweise das schleppend-atmosphärische `The Enemy Within´, doomig und melodisch sowie mit leichten Black Sabbath und Rainbow Vibes, den grandiosen, düsteren Opener `Guillotine Walk´, „in dem ein zum Tode Verurteilter auf dem Weg zum Schafott sein verpfuschtes Leben vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt“ sowie die obligatorische Ballade `Towards The Shore´, die Lieblingsnummer von Keyboarder Ferdy Doernberg, der mit seiner Pianobegleitung für die passende Stimmung sorgt.
In diese Kategorie der musikalischen Volltreffer würde ich außerdem noch den packenden Titeltrack und das flotte `Hurrican´ einsortieren. `Breaking Seals´, das aufsehenerregende Duett zwischen Frontmann Johnny Gioeli und der deutschen Metal-Legende Udo Dirkschneider, holt den Hörer allerdings gar nicht ab, die Stimmung verpufft ein wenig und die Vocals (sorry, Udo!) wirken wie ein Fremdkörper.
Weitere Songs (`Sanity´, `Holy Water´) halten nicht ganz Niveau und Spannung der genannten Highlights und auch das vermeintlich epische siebenminütige Finale `Higher Call´ hat mehr Längen als Feuerkraft.
All das macht “Ghost Town“ natürlich zu einem keinesfalls schlechten, aber auch nicht überragenden Silberling, solide, stimmig und langlebig trifft es wohl am besten, sowie mit einigen hochklassigen Classic Rock Nummern der ganz alten Schule gespickt.
Michael Gaspar vergibt 7,5 von 10 Punkten


