AXE DRAGGER
Titel: AXE DRAGGER
Label: RIPPLE MUSIC
Spieldauer: 40:30 Minuten
VÖ: 06. März 2026
Mit ihrem gleichnamigen Debütalbum liefert die vermeintliche US-„Supergroup“ AXE DRAGGER einen absolut hörenswerten Einstand ab, der eine spannende Mischung aus Oldschool Metal, groovendem bis modernem Hardrock sowie einigen grandiosen Doom- und Epic-Metal-Elementen bietet.
Die Band
Ehrlich gesagt bekomme ich die Krätze, wenn ich das Wort „Supergroup“ höre, nur, weil Musiker einiger bekannter Bands zusammen ein neues Projekt starten. Aber genau dieser abgeschmackte Begriff wird halt wieder von diversen sensationsgeilen Szeneportalen in Zusammenhang mit AXE DRAGGER verbreitet. AXE DRAGGER (ob Projekt oder vollständige Band hängt vielleicht auch vom Erfolg ab) bestehen jedenfalls aus Gitarrist Bob Balch (Fu Manchu), Bassist Fredrik Isaksson (Dark Funeral), ex-Pentagram-Schlagzeuger Pete Campbell und dem allerersten Pantera-Sänger Terry Glaze (der imho tatsächlich einen Bombenjob abliefert).
Und tatsächlich muss ich sagen, dass ich Einflüsse aller Bandmitglieder bzw. deren Herkunftsbands im Verlaufe des Albums irgendwie raushören kann. Trotzdem kann man den Sound von AXE DRAGGER – glücklicherweise – aber eben nicht klar auf den Einfluß einer ihrer Bands reduzieren. Pauschal könnte man sagen: AXE DRAGGER interpretieren Oldschool Metal im Rahmen der verschiedensten musikalischen Facetten ihrer Musiker.
Das Album
Der Opener und Titelsong ‚Axe Dragger‚ stampft solide und kräftig, reisst mich aber noch nicht wirklich vom Hocker. Danach sind ‚Give You The Rope‘, ‚Iron Rider‘ aber zwei absolut geile Uptempo-Rocker, die aufgrund ihrer Priest-mäßigen Grooves auch an die geilen 3 Inches To Blood erinnern. Imho klar die beiden Hits des Albums. Kaum weniger stark sind die flotten Midtempo-Kracher ‚Fight Another Day‘, ‚Shock ‚Em Dead‘, ‚Fire In The Madhouse‘ sowie das das speedige ‚El Toro‘, bleiben aber einfach nicht ganz so im Ohr hängen.
Eher epischen und treibenden bis progressiven Doom bieten dann wiederum Songs wie ‚Eat Me From The Inside‘, ‚The Damned Will Cry‘ und ‚Death Is Calling My Name‘. Hier kombiniert und vereint die Band eingängige Epik à la Grand Magus mit majestätischen Doom à la Candemass. Gerade der überragende Rausschmeisser ‚Death Is Calling My Name‘ ist für mich das dritte Hghlight des Albums, wo AXE DRAGGER mitreissenden Epic Doom sogar mit einigen wunderbaren Psychotic-Waltz-Melodien kombinieren. Sehr geil.
Fazit
Trotz des etwas sperrigen Starts macht „Axe Dragger“ mir ziemlich Spaß und wächst tatsächlich noch nach einigen Hördurchläufen. Für absolute Oldschool-Puristen mag die Produktion vielleicht ein wenig zu modern klingen, satt ist sie aber allemal. Insgesamt berraschend gut. Würde mir wünschen, dass das ganze noch ein Nachspiel hat.
Joe Nollek vergibt 8 von 10 Punkten


