ATREYU – BAPTIZE

ATREYU

Titel: BAPTIZE

Label: SPINEFARM RECORDS

Spieldauer: 42:58 Minuten

Knapp drei Jahre nach ihrem letzten Album „In Our Wake“ und der absoluten Hymne für alle Väter ‘Super Hero‘ legen die Kalifornier nach und veröffentlichen ihr achtes Album, was auch zugleich das dritte Album auf dem Spinefarm-Label ist.

Gemessen an den nackten Zahlen war „In Our Wake“ wohl das Album in der Bandgeschichte mit dem überschaubarsten Erfolg, wenn man mal vom Debüt absieht. Es spricht also alles dafür, dass es mit „Baptize“ nur aufwärts gehen kann und wieder aufwärts geht.

Einen ersten Appetithappen veröffentlichten die Jungs bereits im letzten Jahr. ‘Save Us‘ ist mit 2:22 eine saukurze und hart arrangierte Hymne mit der Botschaft, dass sich jeder selbst hinterfragt, aktiv wird und Veränderungen angeht. Zu diesem Zeitpunkt war die etatmäßige Stimme Alex Varkatzas bereits ausgestiegen, so dass Drummer und Clean-Sänger Brandon Saller diesen Part übernommen hat.

Die Band ist ihren Wurzeln aus dem Post-Hardcore und Metalcore stets treu geblieben. Zu diesen Konstanten gehört seit dem letzten Album auch wieder Produzent John Feldmann, der mit dem Erfolg und Durchbruch der Band, dem Album „Lead Sails Paper Anchor“, untrennbar verbunden ist. Die Band geht seit ihren Spinefarm-Jahren konsequent in der Zeitrechnung zurück und haben seitdem das Wechselspiel im Gesang perfektioniert, die Riffs auf ein neues Niveau gehoben und den Stadion-Rock in ihrer Musik als feste Komponente etabliert. Songs wie der Titeltrack legen Zeugnis ab, wie sich ATREYU heute definieren und sie treten dabei ordentlich Arsch. Gleichzeitig ist er die Aufforderung zur reinigenden Erneuerung, hebt also mahnend den Finger und kommt mit einer inhaltsschwangeren Botschaft daher.

Mit ‘Catastrophe‘ hat man sich an ein Liebeslied gewagt und auch gleich noch ein Video dazu veröffentlicht. Interessant sind auch die Gäste, die sich bei diesem Album ein Stelldichein gegeben haben. Da wären Jacoby Shaddix (PAPA ROACH), der sich in der letzten Zeit auch bei THE HU und APOCALYPTICA herumgetrieben hat und mit seiner Band PAPA ROACH in diesem Jahr ein weiteres Best of-Album veröffentlicht hat. Jetzt gibt es also etwas Unterstützung bei ATREYU, die sich zudem noch für den Gastauftritt bei Matt Heafy (TRIVIUM) und Travis Barker (BLINK-182) bedanken dürfen.

Der Unterstützung hätte es sicherlich nicht bedurft, auch wenn Gäste natürlich gerne gesehen sind und eine zusätzliche Note hereinbringen. Letztlich fallen die Songs mit den Gästen nicht sonderlich ins Gewicht, wobei dem Album in der zweiten Hälfte durch füllende Songs und gewisse Längen leicht die Puste auszugehen droht. Aber dennoch ist das Album recht Vielfältig und facettenreich ausgefallen, so dass es ATREYU gelingen sollte, nicht nur ihre Fans zu aktivieren, sondern den – eher mäßigen – Erfolg der bisherigen Alben unter dem Spinefarm-Banner zu toppen.

Robert vergibt 8 von 10 Punkten