ASPHYX – NECROCEROS

ASPHYX

Titel: NECROCEROS

Label: CENTURY MEDIA

Spieldauer: 50:23 Minuten

Der Niederländer wohl beste Death Metal Band hatte ich irgendwie, nach ihrer Re-union im Jahr 2007, vom Radar verloren und war verdammt positiv überrascht von dem Dampfhammer, den Martin van Drunen und seine Mitstreiter hier kreisen lassen. Selten empfand ich das Material so roh und heftig, wie die zehn Songs auf “Necroceros“, denen hier ein echtes Death Metal Highlight gelungen ist.

Seit langem schon steht der Name ASPHYX für Doom-geladenes, brutales Todesblei aber die, in der Coronaphase angestaute, Wut und Frustration sind offenbar pures Gold für die Brachialität der Songs. ‘The Sole Cure Is Death‘ gibt den Rahmen vor und haut mächtig in die Schna**e. Ein kurzer Doom-Part bremst die schnelle Fahrt, aber der donnert alsbald wieder zügig durch den Rest des Songs. ‘Mount Skull‘ dreht das Verhältnis um und hält mich dennoch bei der Stange, obwohl ich mit Lawazähen Riffs nicht immer etwas anfangen kann. Mein persönlicher Lieblingssong auf dem Album ist entsprechend auch ‘Botox Implosion‘, bei dem offensichtlich schräge Schönheitsideale den Text und das Riffing befeuern. Fast durchgehend im Hochgeschwindigkeitsbereich, ist ihnen hier ein wirklich brutaler Banger gelungen, der im Ohr bleibt und irgendwann wieder Moshpits ohne Ende hervorrufen wird. Aber auch andere Songs wie das über siebeneinhalb minütige ‘Three Years Of Famine‘ kann mit seinen schweren Doom-Riffs und einer überraschend melodiösen Leadgitarre überzeugen, die unvermittelt verschwindet, um einen Akustikteil Platz zu machen. Hier zeigen ASPHYX eine ungeahnte „softe Seite“, die aber zum einen nicht allzu lange anhält, dafür sorgen schon die gequälten Vocals und zum zweiten die unheilvolle bis verzweifelte Stimmung , welche  der Song transportiert. Die bereits ausgekoppelte Single ‘The Nameless Elite‘ ist ebenfalls häufig genug im Attacke Modus und ein echtes Brett und selbst das finale, im wahrsten Sinne „tonnenschwere“  Songmonster ‘Necroceros‘ ist einfach nur mächtig. Trotz der Songeigenen Trägheit.

Zehn Alben haben ASPHYX gebraucht, um mich zu überzeugen, dabei ist nach Auskunft der Band, die einzige Neuerung der Mix, aus der Hand von Sebastian „Seeb“ Levermann. Was auch immer: nahe an der Höchstpunktzahl!

Sven Bernhardt vergibt 8,5 von 10 Punkten