ARMORED SAINT
Titel: EMOTION FACTORY RESET
Label: Metal Blade
Spieldauer: 48:01 Minuten
VÖ: 22. Mai 2026
ARMORED SAINT sind eine der langlebigsten und beliebtesten Acts des US Metal, gehen ihre Wurzeln doch bis ins Jahr 1982 zurück. In den 80ern noch als reine Heavy/Power Metal Kapelle mit Meisterwerken wie „March Of The Saint“ (1984) oder „Delirious Nomad“ (1985) in die Geschichte eingegangen, schlugen sie allerspätestens 1991 mit dem Jahrhundertklassiker „Symbol Of Salvation“ die perfekte Brücke zwischen (Mainstream) Hard Rock und Underground Metal; mitsamt Ehrenplatz in der ewigen Top Drei meines Geburtsjahres. Übrigens hat seitdem kein Besetzungswechsel mehr stattgefunden; sieht man mal von kurzen Auflösungen zwischendurch ab, da John Bush als Sänger bei Anthrax sein Glück versuchte. ARMORED SAINT definieren den Begriff „Qualität statt Quantität“; ist „Emotion Factory Reset“ doch erst das neunte Studioalbum in 44 Jahren Bandgeschichte.
Schon mit der vorab veröffentlichten Videosingle ´Close To The Bone´ drücken die Herren ordentlich aufs Gaspedal und verströmen trotz aller Heaviness nichts als positive Energie und hauen gleich den größten Ohrwurm raus; mit Hooklines und Grooves, die wie ihresgleichen suchen. Die einzigartige, magische Stimme von John Bush ist auch 2026 kaum gealtert; von Melancholie bis Aggression kann er alles aus seinem Organ herausholen. Die transparente, fette Produktion hat Punch ohne Ende, jede Spur ist klar ausbalanciert und differenziert herauszuhören. Zwischen Power Metal und Hard Rock angepeilt, mal mit cooler Blues/Southern Rock Kante inklusive Slidegitarre (´Buckeye´), dann wieder fast lupenrein metallisch wie im Rausschmeißer ´Epilogue´ können die Kalifornier einfach alles; und verschmelzen es zu einer Symbiose, die nur ihre eigene Handschrift tragen kann. ´Hit A Moonshot´ wäre in den frühen 90ern bei „MTV Headbanger’s Ball“ wahrscheinlich zum Dauerbrenner mutiert, vereint es doch alles, was ARMORED SAINT ausmacht. Da ich selbst auch aktiv als Hobbybassist mein Glück versuche, sind Joey Veras Basslines wie z.B. in ´Compromise´ und ´Every Man-Any Man´ ganz besonders imposant; allgemein hat es mir schon immer großen Spaß gemacht, sich den Meister der Tieftöner anzuhören bzw. ihm dabei zuzuschauen.
Zum Vorgänger „Punching The Sky“ habe ich seit Anbeginn eine ganz besondere emotionale Bindung – erschienen im Herbst 2020 und somit kurz bevor uns alle Türen zu sämtlichen Lebensqualitäten für über ein halbes Jahr verschlossen worden, war dieses Album pure, in Ton gepackte Hoffnung. „Emotion Factory Reset“ erscheint in einer „neuen Ära“, ist qualitativ jedoch fast genauso gut; und zeigt, dass ARMORED SAINT auch nach der Zäsur noch immer das volle Brett liefern können. Legenden!!!
Marius Gindra vergibt 9 von 10 Punkten


