ANTHEA – BEYOND THE DAWN

ANTHEA

Titel: BEYOND THE DAWN

Label: ROCKSHOTS RECORDS

Spieldauer: 45:10 Minuten

VÖ: 17. April 2026

ANTHEA wurden 2015 in Los Angeles gegründet und bezeichnen ihren Stil selbst als Gothic Symphonic Progressive Metal. Das kalifornische Septett legt mit der neuen Scheibe “Beyond The Dawn“ seinen dritten Longplayer vor.

Die elf neuen Tracks präsentieren sich als äußerst unterhaltsam, ausgereift und variabel. Es gibt Schnelle Power Metal Nummern genauso zu entdecken wie packende cinematische Momente sowie melodische und emotionale Tracks. Dazu passend erweist sich der durchweg männliche Leadgesang als äußerst variabel und pendelt zwischen melodischem Klargesang, aggressiven Vocals sowie gutturalen Einschüben von Rhythmusgitarrist Juan Pina, Ausflüge ins Opernhafte finden nicht statt.

Der Hörer wird mit großartigen Songs wie dem eröffnenden Titeltrack oder den furiosen Vorabauskopplungen `Phantom In The Masquerade´ und `Awakening (Song For Spring)´ verwöhnt. Dabei erwarten den Hörer überwiegend keine bombastischen Orchestrierungen, sondern dezente oder auch mal treibende Streicherbegleitung und atmosphärische Pianoklänge.

Ein extrem dynamisches und nie langweiliges Album, jeder Song ein wenig anders gelagert, manchmal mit deutlich mehr Theatralik und Pathos, aber insgesamt stimmig, homogen und gekonnt umgesetzt.

Symphonic Metal vermischt sich auf bravouröse Weise mit filmischen Passagen, die der Liebe der Truppe für Movies und Soundtracks Tribut zollen, sowie Melodic Death Metal als weiterer bedeutsamer Einfluss in Sachen schnelle Riffs, harsche Vocals und überbordende Energie.

Weitere Stücke wie `The Lost Soul´, der grandiose Ohrwurm `Bygone Age (Chicxuclub)´ und `From Shadows To Light´ sind pures Songwriting-Gold mit großen Melodien, packenden Arrangements und eingängigen Refrains, was mich als Referenz sowohl stilistisch als auch qualitativ die großartigen Landsleute von KAMELOT heranziehen lässt.

Es folgt ein kleiner Durchhänger oder nennen wir es Atempause, unter anderem mit dem Instrumental `Crystal Moon´ und der relativ unspektakulären, gefühlvollen Ballade `Whispers Of The Heart´.

Das vielschichtige, treibend-fesselnde `Duality Of Gaia´ sowie der flotte, eingängige Abschluss `Burnin´ In The Third Degree´, ein sich nahtlos einfügendes Tahnee Cain and Tryanglz Cover, wissen dann aber wieder restlos zu überzeugen und erreichen scheinbar mühelos das unfassbar hochklassige Niveau der ausgeglichenen, begeisternden ersten Albumhälfte.

Unter dem Strich ist “Beyond The Dawn“ aufregend, kurzweilig und facettenreich mit einem eigenständigen, perfekt und variabel umgesetzten Sound zwischen Symphonic, Melodic Death und Progressive Metal, immer wieder versetzt mit diesem ansteckenden filmischen und theatralischen Flair sowie einer brillanten Gesangsleitung und großartigen Songs.

Michael Gaspar vergibt 9 von 10 Punkten