ANA
Titel: MOTIVATED BY DEATH
Label: ECLIPSE RECORDS
Spieldauer: 34:41 Minuten
VÖ: 29. Mai 2026
Die „Couture Metaller“ ANA wurden erst 2023 in Melbourne gegründet und bestehen neben Aushängeschild und Sängerin Anna Khristenko aus Josh Mak (Gitarre), Cody Lamb (Bass), Andres Felipe Martinez Osorio (Drums) und Mark Shi (Keyboards). Man operiert mit einer düsteren High-Fashion-Ästhetik und einer starken visuellen Umsetzung, in deren Mittelpunkt neben ihren maskierten Mitstreitern natürlich vor allem Khristenko und ihre ähm luftige, modische Inszenierung geraten.
Musikalisch bewegt sich ihr Sound zwischen Symphonic Metal, moderner Härte und melodischer Eingängigkeit, bei der harte Gitarren, dichte Synthiewände und die operngestählte Stimme der Frontfrau im Fokus stehen. Nach der 2023 veröffentlichten, überzeugenden Debüt-EP “The Art Of Letting Go“ kommt der Fünfer nun mit seinem ersten Longplayer “Motivated By Death“ um die Ecke.
Dabei tendieren Songs wie der Opener `Hate Me´, welcher inhaltlich übrigens die Auffassung, vertritt, dass das Gegenteil von Liebe nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit sei, oder die ebenfalls ausgekoppelte Nummer `Shadow Of Life´ schon stark in Richtung einer Art modernen Pop Metal, was auch häufige Vergleiche mit Bands wie Amaranthe rechtfertigt. Verbunden mit einer gewissen Düsternis und Gothic Atmosphäre kommen mir auch immer wieder mal Lacuna Coil in den Sinn.
Neben den angesprochenen stabilen Tracks offenbart das letzte Albumdrittel mit drei speziellen Songs, dass ANA es noch deutlich besser, einpräg- und unterhaltsamer verstehen, ihre Hörer zu fesseln. Allen voran sind da die emotionale Ballade `Sick Love´ und das grandiose, perfekt zwischen Variabilität, Härte und symphonischer Power balancierende Kurz-Epos `Papa´ zu nennen.
Und es gibt Songs, die man eigentlich nicht covern sollte, weil man sie nicht besser machen kann und sie im Original schon so einzigartig und besonders sind, dass es sowieso zum Scheitern verurteilt ist. `Aerials´ von System Of A Down ist so ein Stück, das aber überraschend gut zum treibenden, elektronischen ANA-Sound passt und so vielleicht nicht besser, so aber doch anders, kurzweilig und gelungen ausfällt.
Insgesamt ein solides Album einer Band mit Potential, von dem ich nach dem starken Debüt-Kurzplayer allerdings mehr erwartet hatte und die mir noch besser gefallen würde, wenn sie weniger offensichtlich auf die „sex sells“ Karte setzen und statt optischer mehr musikalische Highlights wie die genannten produzieren würde. Obschon ein auffälliges Auftreten gerade als Newcomer in der heutigen Zeit eventuell sogar vonnöten ist, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Michael Gaspar vergibt 7 von 10 Punkten


