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KERRIGAN – Traditioneller Heavy Metal mit Herzblut und Zukunftsdrang

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Habt ihr ein bisschen Zeit? Zeit für ehrlichen, unverfälschten Heavy Metal aus deutschen Landen? Dann bleibt hier, denn im folgenden Interview geht es um KERRIGAN. Vier Metaller aus Freiburg im Breisgau, die seit “Bloodmoon” (Debüt 2023) mit klassischem Achtziger-Stahl aufhorchen lassen und am 27. März 2026 ihren zweiten Longplayer “Wayfarer” ins Rennen um eure Gunst schicken. Nach dem Demo “Heavy Metal 2020” und dem starken Debüt “Bloodmoon” legen Jonas Weber (Vocals, Guitars), Bruno Schotten (Guitars), Jakob Zeblin (Bass) und Jonathan Döring (Drums) nach. Genug Gründe also, die Regler aufzudrehen und nicht nur die Platte zu checken, sondern auch direkt mit der Band zu sprechen. Wie entsteht heute ein moderner Heavy-Metal-Klassiker? Wo knüpft “Wayfarer” an “Bloodmoon” an – und wohin soll die Reise gehen? Zeit, das Ganze aus erster Hand zu erfahren.

Tobias:
Hallo nach Freiburg und danke, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview nehmt. “Wayfarer” steht in den Startlöchern, um die Metalwelt zu erobern – wie fühlt sich die Zeit kurz vor Release für euch an?

Jonas:
Hallo zurück und vielen Dank für das Interview! Das letzte Jahr war sehr arbeitsintensiv und der Prozess der Albumentstehung hat uns allen viel abverlangt, da steigt die Vorfreude auf das Release wirklich mit jedem Tag. Die Zeit gerade ist sehr spannend und darüber hinaus bereiten wir uns auf den ersten Gig in diesem Jahr mit ein paar Songs vom neuen Album vor. Simpel ausgedrückt: Wir haben Bock!

Bruno:
Wie Jonas schon sagte, es liegt ein gewisses Knistern in der Luft und natürlich auch eine große Neugier, wie unser neues Baby da draußen ankommt. Anders als bei ‘Bloodmoon’ gibt es jetzt natürlich eine Messlatte, denn es ist unsere zweite Scheibe über High Roller, und nachdem unser Debüt von der Fangemeinde so wahnsinnig gut aufgenommen wurde, sind wir jetzt gespannt, ob wir die Erwartungen an neues KERRIGAN-Material erfüllen können.

Tobias:
Wie war denn die Fan-Resonanz auf eure bisher veröffentlichten Peaks ins Album und wie zufrieden seid ihr mit den Pressereaktionen?

Jonas:
Wir haben mit ‘The Ice Witch’, ‘Fighter’ und ‘Surrender’ bewusst drei sehr unterschiedliche Songs gewählt, damit man verschiedene Facetten des Albums kennenlernt. Die ersten Reaktionen waren sehr gut und was mich am meisten gefreut hat, war, dass die Songs direkt als KERRIGAN erkannt und angenommen wurden. Über die bisherigen Rückmeldungen aus der Presse können wir uns wirklich nicht beschweren, die Wertungen sind super und für uns wichtige Punkte wie z. B. Songwriting, Melodien, Sound und Eigenständigkeit werden in den Reviews immer wieder hervorgehoben.

Bruno:
Wie wir das bisher mitbekommen, sind die Reaktionen sehr euphorisch und leidenschaftlich, was uns natürlich extrem freut! Natürlich musst du mit jedem neuen Release damit rechnen, auch ein paar Hörgewohnheiten zu brechen. Das (in meinen Augen) verfeinerte Songwriting und die etwas wärmere Produktion werden im ersten Moment womöglich ein paar Hörer überraschen, doch bisher können wir aus Reviews nur herauslesen, dass sich die Mühe gelohnt hat!

Tobias:
Drei Jahre liegen zwischen “Bloodmoon” und “Wayfarer”. Wenn ihr zurückblickt: Was war euch wichtig, diesmal anders oder vielleicht bewusster anzugehen, und was lief nach bewährtem Rezept?

Jonas:
Bei den Arbeiten zu “Wayfarer” konnten wir nun schon auf eine Menge Erfahrungen handwerklicher und technischer Natur zurückgreifen, die uns ziemlich geholfen haben. Während wir bei “Bloodmoon” gefühlt noch recht unbedarft an die Recordings gingen, konnten wir dieses Mal den zeitlichen Aufwand schon gut einschätzen und setzten uns klare Deadlines. Das war der Tatsache geschuldet, dass gleichzeitig das neue Album unserer Funeral-Doom-Band LONE WANDERER entstand und on top die normalen Bandproben für vereinzelte Gigs weiterliefen. Das Recording übernahmen wir, abgesehen von den Drums, in kompletter Eigenregie zu Hause, im Büro oder im Proberaum und blieben da beim bewährten Konzept aus der “Bloodmoon”-Produktion.

Bruno:
Ich schildere zuerst, was sich nicht verändert hat: Jonas und ich haben uns wieder zahlreiche Nächte um die Ohren geschlagen, um in dutzenden Sessions alle Instrumente über mehrere Demo-Phasen so zu platzieren, dass die Songs sich rund anfühlten. Die meisten Songideen kamen wieder spontan und wie im Rausch. Ich denke aber, hier ist deutlich mehr Arbeit und Mühe als noch bei “Bloodmoon” ins tatsächliche Songwriting eingeflossen. Als es dann ans Recorden ging, hat sich alles sehr vertraut angefühlt. Als wären wir noch in den “Bloodmoon”-Sessions, nur mit neuem Material! Wie schon beim Vorgänger haben wir die Gitarren und den Gesang quasi im Alleingang, wechselnd von Wohnzimmer zu Proberaum, produziert, und dieses “KERRIGAN”-Gefühl ist für mich immer noch da wie am ersten Tag. Natürlich muss man hervorheben, dass mit Jakob und Jonathan (der ja schon bei “Bloodmoon” so genial getrommelt hat) jetzt auch ein volles Line-up da steht, welches die Kompositionen vollendet. Im Prinzip haben wir das, was KERRIGAN überhaupt möglich gemacht hat, so beibehalten und uns auf die Stärken unserer neuen, vollständigen Band verlassen. Jonathan und Jakob haben durch ihre Recordings dem Ganzen dann noch die Krone aufgesetzt – es gibt auf der Scheibe viele Momente, in denen die Drums oder der Bass der heimliche Star sind.

Tobias:
Ihr bewegt euch ganz klar im traditionellen Heavy Metal, aber eben im Hier und Jetzt. Wie schafft man es 2026, klassischen Heavy Metal zu zocken, ohne zu retro zu klingen?

Jonas:
Ich denke, das ergibt sich aus den vielen verschiedenen musikalischen Einflüssen, auf die Bruno und ich beim Songwriting zurückgreifen können. Das Genre ist bei KERRIGAN mit Heavy Metal natürlich ganz klar abgesteckt, aber innerhalb dieser “Grenzen” lassen wir uns melodische Freiheiten, die unserer Musik neuartige Facetten liefern. Ich würde sagen, dass wir auch ein gutes Gespür dafür haben, wann ein Riff oder eine Songstruktur zu ausgelutscht ist, und vermeiden es, die Vorlagen einfach nur zu kopieren.

Bruno:
Ich empfinde KERRIGAN vor allem als ziemlich unbeschwert und unterbewusst. Meistens reicht es, wenn Jonas mir ein spontanes Riff vorspielt, und ich habe sofort die ergänzenden Gitarrenläufe parat. Was genau da passiert, lässt sich gar nicht so genau beschreiben. So ist es von Anfang an gewesen und ich hoffe, dass diese spontane Magie uns noch lange erhalten bleibt. Am Ende entscheiden der musikalische Inhalt, sprich die Songs, Riffs und Melodien. Die klingen in der Urfassung oft ganz anders, weil wir erst nach einer Weile anfangen, uns mit dem tatsächlichen Sound zu beschäftigen. Ich denke, es ist wichtig, ein paar charakteristische Merkmale der 80er einfließen zu lassen, ohne dass man sich nur auf den Klang verlässt. Mit den meisten “Retro”-Bands kann ich nicht viel anfangen, weil die Songideen sich schnell wiederholen. Für die Produktion von “Wayfarer” war uns wichtig, den etwas kalten und blechernen Sound von “Bloodmoon” abzurunden – das ist meiner Meinung nach gelungen.

Tobias:
Ihr kommt aus Freiburg im Breisgau – Schwarzwald, Burgruinen, alte Gemäuer, Nebelschwaden über den Hügeln. Spielt diese historische Landschaft für euch auch eine Rolle als Inspiration oder ist das eher romantische Außenwahrnehmung?

Bruno:
So habe ich über Freiburg noch nie nachgedacht – meistens hängt man ja doch in irgendeinem verrauchten Keller herum oder beschwert sich über die fehlenden Konzerte. Spaß beiseite – für die Bilder, die du aufzählst, sehe ich bei KERRIGAN kaum Bezug. Da bin ich wirklich komplett bei Gitarren, Drums, Verstärkern, Full Stacks und Effektboards. Eben alles, was man braucht, um Metal zu machen.

Jonas:
Eine Landschaft prägt immer auch ihre Bewohner und ich empfinde sie für meinen Teil als große Inspiration und bin sehr froh, dass ich in so einer Umgebung lebe. Die von dir beschriebenen Bilder oder Beobachtungen tragen eine gewisse Sehnsucht oder Fernweh in sich, das schwingt bei KERRIGAN, vor allem jetzt bei “Wayfarer”, ebenfalls mit.

Tobias:
‘Torchbearer’ eröffnet das Album fast schon ikonisch – starkes Guitarplay, sofortiger Wiedererkennungswert und die Vocals direkt im Fokus. War euch klar, dass genau dieser Song das Album eröffnen muss?

Jonas:
Das Introriff ließ eigentlich keine andere Wahl für einen Opener zu, dementsprechend passten wir auch die Drums mit den fetten Tomschlägen an. Der Song ist auch ein dankbarer Gruß an alle, die den bisherigen Weg mit KERRIGAN gegangen sind, und so landete auch unser Leitspruch aus Demozeiten im Text: “Hail to those who will carry the torch!”

Bruno:
Der Song stammt zwar größtenteils aus meiner Feder, aber mir war beim Schreiben bis zuletzt nicht bewusst, dass er sich so gut als Opener eignet. Das haben Jonas und ich erst sehr spät entschieden. Die finale Intro-Form hat er dann auch erst im Studio bekommen, als Jonathan die Tomfills im Intro für uns neu interpretierte. Im Gegensatz zu “Bloodmoon” haben wir wirklich viele starke Intros auf der Platte, aber ‘Torchbearer’ hatte wohl die meiste Power und eignet sich daher gut für die Nummer eins.

Tobias:
‘The Ice Witch’ ist für mich ein echtes Highlight – Melodie, Atmosphäre, Dramatik und dieser Refrain mit dem langgezogenen “Icequeeeeeeeen” bleiben brutal hängen. Habt ihr denn persönliche Highlights auf “Wayfarer”?

Bruno:
Mein Lieblingssong ist tatsächlich ‘The Ice Witch’, und das vielleicht gerade wegen der gewissen “Schlagerhaftigkeit”. Und natürlich, weil der Song so harmlos anfängt und sich dann doch richtig entfalten darf, was die Gitarrenarbeit angeht. Deshalb ist er wohl auch als 7”-Single erschienen. Weitere meiner Favoriten sind ‘Wayfarer’ und ‘Dystopia’. Im Gegensatz zu “Bloodmoon” gibt es auch nach den unzähligen Proben und Recordings keinen einzigen Song, den ich als irgendwie schwächer empfinde. Für mich ein Zeichen, dass “Wayfarer” eine runde Sache ist!

Jonas:
Ja, die Witch ist für mich sicherlich in den Top 3 und während der Albumentstehung war wirklich jeder Song mindestens einmal auf Platz eins, aber für mich ist “Red Light Tower” als Abschluss einer der Kernmomente auf dem Album. Der Song entwickelte sich stetig ab 2021 und gewann immer weiter an Songstruktur und persönlicher Bedeutung. Das Backcover-Artwork von Adam Burke trifft die Stimmung um den Song ebenfalls sehr gut und bietet der Fantasie alle Möglichkeiten.

Tobias:
‘Blood And Steel’ wirkt wie eine kleine Verbeugung vor klassischen True-Metal-Tugenden – ich musste da an MANOWAR denken, allerdings in ihren guten Tagen. Wie wichtig sind euch solche Traditionsbezüge?

Jonas:
Gut, dass du dich auf die “guten Tage” beziehst! Bei MANOWAR bin ich der Ansprechpartner, Bruno weniger … Natürlich ist es so, dass man bei Heavy Metal das Rad nicht mehr neu erfindet und daher wirst du bei KERRIGAN immer wieder bekannte Momente von Metalgrößen raushören. Ich finde das schön, denn es sind bewusste Rückbezüge auf Bands, die uns vor über 40 Jahren den Weg geebnet haben und eine Kultur prägten, ohne die wir uns innerhalb der Band vielleicht gar nicht kennengelernt hätten.

Bruno:
MANOWAR kann ich mit einem gewissen Augenzwinkern (zumindest im Frühwerk) durchaus akzeptieren – aber ich bin da eher bei IRON MAIDEN, ANGEL WITCH, WITCHFINDER GENERAL und Konsorten. Trotzdem hatte ich viel Spaß daran, als wir den Text zu ‘Blood And Steel’ nicht ohne eine gewisse Nähe zu den alten MANOWAR geschrieben haben. Natürlich gibt es auch viele Riffs, die uns beim Schreiben direkt an unsere Helden erinnert haben. Das ein oder andere musikalische “Zitat” findet sich eben auf der Platte. Ich freue mich, wenn jemand so etwas entdeckt und sich an alte Lieblingsbands erinnert fühlt. Nicht umsonst hatten wir schon auf unserem Demo einen unserer Lieblingssongs von WOLF gecovert.

Tobias:
Bei ‘Dystopia’ erkenne ich leichte IRON-MAIDEN-Vibes, ‘Fighter’ ist ein astreiner Ohrwurm und nach ‘Red Light Tower’ hat man nach über 40 Minuten direkt Bock, die Platte nochmal von vorne zu starten. Achtet ihr bewusst darauf, dass ein Album wie eine echte Heavy-Metal-Reise funktioniert – oder passiert diese Dramaturgie beim Schreiben ganz automatisch?

Bruno:
Die Gesamtkomposition ergibt sich meist erst, wenn genug Material steht und man beginnt, sich Gedanken über die Songreihenfolge zu machen. Ich erinnere mich daran, dass wir genau beobachtet haben, wie das Gleichgewicht der Songs funktioniert, und zum Schluss noch etwas nachgesteuert haben, damit das Album keine Schlagseite bekommt – z. B. zu langatmig oder mit zu vielen schnellen Songs. Jonas und ich haben viel Mühe hineingesteckt, dass das Album einen Spannungsbogen hat und es keine Durchhänger gibt. Leider entpuppen sich heute immer wieder vielversprechende Alben als wenig nachhaltig, jedenfalls für mich.

Tobias:
Wenn man eure Songs hört, merkt man sofort, dass ihr den klassischen Stahl nicht nur spielt, sondern lebt. Wer waren/sind eure persönlichen Metal-Helden?

Bruno:
Da kriegst du von mir wahrscheinlich an jedem Tag eine neue Antwort. Für mich ist es wohl eine Auswahl der folgenden: IRON MAIDEN, ANGEL WITCH, QUARTZ, WOLF, WITCHFINDER GENERAL, JUDAS PRIEST, CANDLEMASS, PENTAGRAM …

Jonas:
“Held” ist ein sehr großes Wort, aber bei alten PRIEST-Livemitschnitten packt mich doch immer wieder eine kindliche Begeisterung. Als Gitarrist beeindruckt mich das Duo K. K. Downing/Tipton mit ihrer Larger-than-life-Performance immer wieder aufs Neue.

Tobias:
Wie geht’s weiter mit KERRIGAN nach dem Release? Habt ihr schon konkrete Live-Pläne, Festival-Slots oder sogar Touren in der Pipeline?

Bruno:
Da musst du dich noch etwas gedulden, aber die Platte kommt selbstverständlich auf die Bühnen. Wir haben bereits ein paar bestätigte Gigs, aber wie schon bei “Bloodmoon” gehen wir davon aus, dass mit dem Release das Ganze erst ins Rollen kommt. Durch die parallele Produktion unserer zweiten Band LONE WANDERER kommen wir erst jetzt richtig dazu, das Booking anzugehen.

Tobias:
Was läuft bei euch privat so im Player? Bleibt ihr auch abseits von KERRIGAN beim klassischen Heavy Metal hängen oder hört ihr querbeet? Und gibt’s vielleicht eine Platte, die euch zuletzt richtig weggeblasen hat?

Jonas:
Privat läuft bei mir vergleichsweise wenig Metal, sicherlich ein notwendiger Ausgleich für die Zeit, die ich in die Bands investiere. Querbeet mit einem starken Hang zu den Achtzigern trifft meinen musikalischen Katalog wohl am besten, da findest du neben Metal auch Pop, Rock, NDW, Wave, Indie, Punk oder EDM.
In der vergangenen Zeit lief bei mir sehr oft Falcos erstes Album “Einzelhaft”, aber mein Player wird gerade vom Gesamtkatalog von SUMMONING dominiert, ein Duo, deren Werke an Atmosphäre kaum zu übertreffen sind.

Bruno:
Auf meinem Teller landet heutzutage ehrlicherweise sehr viel gitarrenlastiger 80er-Postpunk und Gothrock. Von Grufti-Kapellen wie JOY DIVISION, SAD LOVERS AND GIANTS, SISTERS OF MERCY bis hin zu aufgeweckteren New-Wave-Sounds oder den großartigen SMITHS läuft da alles rauf und runter und wird bisweilen fanatisch gesammelt. Im Metal zieht es mich schon immer zum Doom. Heavy Metal hat natürlich immer einen besonderen Platz für die besonderen Momente, wenn es einen doch überkommt. Keine neue Scheibe, aber erst seit Kurzem entdeckt: “1980” von BRATS. RAMONES meets Heavy Metal.

Tobias:
Seid ihr eher Vinyl-, CD- oder Streaming-Typen – wie hört ihr selbst am liebsten Musik? Und wie gefallen euch die Vinyl-Varianten von “Wayfarer”? Seid ihr da auch so detailverliebt wie wir Plattennerds?

Bruno:
Definitiv Vinyl für die Herzstücke und alles, was man ernsthaft sammelt. Darüber hinaus eine ausufernde, mehrere Terabyte große MP3-Sammlung, in der akribisch archiviert wird. Wir haben bei allen Vinyl-Releases immer unsere Wünsche für die Vinyl-Varianten platziert und ich bin großer Fan der ‘Galaxy’ und Multi-Splatter Varianten. Aber auch schwarzes Vinyl hat einfach etwas Puristisches. Streaming ist für unterwegs sicher eine praktische Sache, aber irgendwie geht der Sinn und der Spaß am Sammeln doch verloren, wenn man seine Musik nur noch “mietet”.

Jonas:
Ich bin ehrlich – im Alltag höre ich Musik nur über Streaming. Für besondere Momente habe ich einen Plattenspieler, aber da muss der Zeitpunkt wirklich passen. Wenn mir Musik wirklich gefällt, schaffe ich mir CDs und Vinyl natürlich trotz der Streamingmöglichkeiten an, denn der haptische Aspekt und die Unterstützung der Künstler sind ungemein wichtig. Bei den Vinylvarianten bin ich eigentlich unbedarft, aber “Wayfarer” hätte ich doch gerne als Splatter!

Tobias:
Habe ich irgendetwas Wichtiges vergessen zu fragen, das euch noch unter den Nägeln brennt und das ihr unbedingt loswerden wollt?

Bruno:
Gebt KI in der Musik keine Chance und greift den jungen, neugierigen Fans unter die Arme. Unsere Szene hat ein echtes Nachwuchsproblem und neigt natürlich dazu, den alten Helden zu huldigen. Beim nächsten 250-€-METALLICA-Ticket sollte man trotzdem überlegen, ob man für das Geld nicht auch zehn kleinere Konzerte genießen könnte und auf diesem Weg sogar noch lokale Veranstalter und aufstrebende Bands unterstützt.

Tobias:
Dann gehört euch das letzte Wort: Was möchtet ihr euren Fans, unseren Lesern und vielleicht auch allen Traditional-Heavy-Metal-Jüngern da draußen mit auf den Weg geben?

Bruno:
Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei jeder einzelnen Person bedanken, die irgendwie bei KERRIGAN hängen geblieben ist oder uns sogar weiterempfohlen hat. Wir haben nie gedacht, dass wir mit dieser spontanen Heavy-Metal-Nummer so eine große Fangemeinde begeistern können und nun schon auf das Album Nummer drei schielen dürfen. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt!

Jonas:
Danke an all die Menschen, die wir auf unserer bisherigen Reise mit KERRIGAN kennenlernen durften. Wir freuen uns darauf, einige von euch bald wieder zu treffen und die neuen Songs mit euch live zu feiern!

Interview: Tobias Stahl
Photocredit: Samira Aline