DEF LEPPARD – EXTREME – Westfallenhalle Dortmund
DEF LEPPARD – EXTREME
Westfallenhalle Dortmund
23 Juni 2026
DEF LEPPARD in der Dortmunder Westfallenhalle. Da werden bei mir Erinnerungen an die legendäre “Rock Pop In Concert“ von 1983 wach, als eine junge und noch wilde Hard Rock Band aus Sheffield erstmals hier auf der großen Bühne stand. Vier Jahrzehnte später stehen sie wieder dort, um ihr zahlreich erschienenes Publikum, mithilfe von EXTEME zu rocken.
EXTREME
Nuno Bettencourt, der mittlerweile zum Hochadel der Musikszene gehört, und seine Funk Hard Rocker EXTREME eröffneten den Abend, in der ziemlich vollen Halle mit `Decadence Dance` und schlagartig freigesetzter, positiver Energie. Denn EXTREME waren gekommen, um weit mehr zu leisten, als das nur den Anheizer für das Publikum zu
geben und dem Headliner die Bühne zu bereiten. Und das gelang, denn der rund einstündige Auftritt begeisterte Viele im altehrwürdigen Rund. Klar, denn neben einer tadellosen musikalischen Performance, und der visuell auffälligen Bühne, (für eine Vorband sogar ungewöhnlich beeindruckend) die durch eine riesige Videoleinwand geprägt war , die im Hintergrund immer die Themen der jeweiligen Albumcover aufgriff, gab es ja noch die elf Songs umfassende Setlist.Mit Sänger Gary Cherone als Mittelpunkt, kamen natürlich die Hits, wie `More Than Words`und das gefeierte `Get the Funk Out` zum Einsatz. “Pornograffitti“ still rules“, sozusagen. Aber auch die neueren Tracks waren gut vertreten und mehrere Songs aus dem 2023er, aktuellen Album “Six“ hatten es auf die Setlist geschafft. Dabei bewiesen Songs wie `Thicker Than Blood` oder das abschließende ` Rise`, dass EXTREME noch lange nicht zu den Retro-Acts gehören, sondern einfach nur zeitlos gut sind.
DEF LEPPARD
DEF LEPPARD, die im Februar ihre Las Vegas Residency absolvierten, brachten den Caesars Palace nach Dortmund. Sprich, was Joe Elliott, Rick Savage , Vivian Campbell, Phil Collen und Drummer Rick Allen schon dort an monumentaler Show aufgeführt hatten, kam auch hier zum Einsatz.

Das beeindruckendste Mittel für die Inszenierung waren die bereits erwähnten Video-Screens, die jetzt sogar einen perfekten 3D Eindruck vermittelten. Beispielsweise schwebte ein sich bewegender, gigantische Leopard, über der Bühne oder Roboterarme bewegten sich nach vermeintlich nach vorn, während sie die verschiedene Ausschnitte mit Livebildern darstellten. Einfach nur imposant.
DEF LEPPARD, starteten ihr Set mit der aktuellen Single `Rejoice`, im dreieckigen, von “Hysteria“ inspirierten Bühnenaufbau, um mit `Animal` und `Let’s Get Rocked` gleich
mal tief in die Hit-Schatzkiste zu greifen. Damit hatte die Band ihr Publikum schon gewonnen und auch ihr, eigentlich genrefremdes Depeche Mode Cover `Personal Jesus,` brachte keinen Stimmungsabfall.
Die langlebige Truppe zeigte sich an diesem Abend in fehlerloser Form. Sei es spielerisch oder auch bei den bandprägenden mehrstimmigen Gesangsharmonien. Alles saß perfekt, geradezu poliert, und überdeckte so gelegentlich auch die Tatsache, dass der Zahn der Zeit auch an Joe Elliotts Stimme nicht immer ohne Spuren vorüber gegangen ist. Als Frontmann und „Center of Attraction“ funktionert er immer noch tadellos und souverän. Dazu gehörten an diesem Abend zum Beispiel auch Dinge wie gelegentliche Jackenwechsel oder, dass er beim David Essex Stück `Rock On`, übrigens eingeleitet durch ein Rick Savage Bassolo, plötzlich auf den Oberrängen im Spotlight auftauchte und den Song von dort aus sang. Ich sag ja, Las Vegas lässt grüßen und Planung ist hier alles.
Zwischendurch erzählte Elliott von 1977, als er und Rick Savage einander trafen und DEF LEPPARD gründeten. Er erinnert sich diffus an einen Gig mit den Scorpions in der Westfallenhalle (gemeint ist eben “Rock Pop In Concert“ ) und freut sich 49 Jahre nach dem Treffen mit seinem, besten Freund Rick , noch immer hier zu sein.
Die Show strotzt im späteren Verlauf vor Arena Hitsongs wie `Rock of Ages` und `Photograph` oder den Zugabetracks `Hysteria` und `Pour Some Sugar on Me`, was für den allergrößten Teil der Anwesenden auch der tatsächlich krönende Abschluss einer perfektionistischen und entsprechend durchgeplanten ganz großen Rock-Show ist.
Text und Photo Credits: Sven Bernhardt
Setliste:
Rejoice
Animal
Let’s Get Rocked
Personal Jesus (Depeche Mode )
Bringin‘ On the Heartbreak
Switch 625
Just Like ’73
Rocket
Rock On (David Essex)
White Lightning
Slang
Promises
Armageddon It
Love Bites
Rock of Ages
Photograph
When Love and Hate Collide
Hysteria
Pour Some Sugar on Me




































